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Besprechung Elke Schwab Pleiten Pech und Geiseln in Saarlouis

Neuer Regionalkrimi : Elke Schwabs Heldin Jenny zieht es nach Saarlouis

Jenny, 35, etwas unstet, geht unfreiwillig in Saarlouis auf Verbrecherfang. In Elke Schwabs neuer Kriminalkomödie Pleiten, Geld & Geiseln. Der zweite Band mit den Abenteuern der immer klammen Jenny Klein.

Tut sie’s oder tut sie’s nicht? Bleibt Jenny im Häuschen ihrer Oma in Saarlouis oder zieht sie zurück nach Saarbrücken? Da war sie eben erst aus ihrer Wohnung rausgeflogen. Und nun, gegen Ende der Kriminalkomödie Pleiten, Geld & Geiseln? Nach Saarbrücken, was etwas mit einem Bestattungsunternehmen zu tun hätte? Oder doch lieber Saarlouis, was ganz andere Gründe hätte. Das muss hier offen bleiben, nicht, um die Spannung der Leserschaft zu schonen, sondern weil es wirklich offen bleibt.

Mit „Pleiten, Geld & Geiseln“ hat die Autorin Elke Schwab ein weiteres Buch vorgelegt, das zweite Dutzend könnte bald voll sein. Ihre Krims spielen in der Region, der Limberg war mal Schauplatz, der Litermont, und nun ausschließlich Saarlouis.

In dieses Städtchen hat es Jenny Klein, 35, verschlagen, nachdem sie in Saarbrücken raus musste. Sie findet Zuflucht bei ihrer Oma Käthe, einer nicht so ganz durchschaubaren nicht so ganz alten Dame. Sie wohnt in der Robert-Koch-Straße 32a. Stadtnahe, gute Wohngegend, gehört zum Vogelsang. Oma braucht ein bisschen, um sich mit dem unerzogenen dreibeinigen Hund von Jenny, Käpt’n Ahab anzufreunden. Oma Käthe und Jenny haben etwas gemeinsam: Sie sind ständig pleite. Und dann doch nicht, wie Jenny beim Betreten des Hauses feststellen muss. Das riecht alles ein bisschen nach Geld zum Ausgeben. Was ist passiert? Und dann schleppt Jenny auch noch eine Tasche voller Geld ins Haus. Hätte sie mal besser nicht getan. Denn ausgeben können es die beiden Ladies nicht, dafür aber lenken sie die Aufmerksamkeit obskurer Herrschaften auf sich. Die geben sich sozusagen die Klinke der 32a in die Hand

Darum geht es in dem Krimi. Richtigerweise hat Schwab das Buch eine Kriminalkomödie genannt. Denn zwar blitzen hier und da Saarlouis und seine Schickeria ganz zutreffend auf, die Protagonisten der Geschichte nehmen es aber doch immer sehr leicht, selbst wenn sie schwer getroffen sind.

Es ist der zweite Jenny-Klein-Band. „Pleiten, Pech und Leichen“ hieß der erste. Jenny gefällt in diesem zweiten Band durchaus immer wieder mit ihrer Schlagfertigkeit (verbal). Und es gefällt das Erzähl-Tempo, man kommt Jenny nur wie fast atemlos hinterher. Eine regionale Kriminalkomödie, die ohne langatmige Betulichkeit auskommt, aber die war noch nie das Problem von Elke Schwab.

Und wir haben nachgeschaut in der Robert-Koch-Straße 32 und 32a. Und versichern: keine Spuren mehr des mysteriösen Geschehens erkennbar.

Pleiten, Geld und Geiseln, Hybrid Verlag Homburg, 306 Seiten, 14,90 Euro.