Berufswahl leichter gemacht

Dillingen. Knapp 30 Quadratmeter ist der Raum 2.102 am Dillinger Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) gerade einmal groß. Und doch ist dort Platz für eine ganze "Lernwerkstatt zur Berufsorientierung", wie der Raum seit gestern nun auch ganz offiziell heißt. Diese "Werkstatt" ist mit einem modernen Computer, neuen Tischen und Stühlen sowie einem Beamer ausgestattet worden

Dillingen. Knapp 30 Quadratmeter ist der Raum 2.102 am Dillinger Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) gerade einmal groß. Und doch ist dort Platz für eine ganze "Lernwerkstatt zur Berufsorientierung", wie der Raum seit gestern nun auch ganz offiziell heißt. Diese "Werkstatt" ist mit einem modernen Computer, neuen Tischen und Stühlen sowie einem Beamer ausgestattet worden. Das saarländische Bildungsministerium hat das saarlandweit bisher einzigartige Projekt mit 4500 Euro unterstützt. "Wir wollen mit diesem Projekt unsere Schüler besser auf eine immer komplexer werdende Berufswelt vorbereiten", erläutert Schulleiter Stefan Schmitt die Hintergründe der Idee. Gleichzeitig betonte er, dass die Umsetzung ohne das Ministerium nicht möglich gewesen sei.Doch was passiert eigentlich in der Lernwerkstatt? "Die Werkstatt ist vor allem für die Klassen acht und neun gedacht", erklärt Erik Brill, der stellvertretende Schulleiter. "Hier können alle Aktivitäten stattfinden, die den Schülerinnen und Schülern helfen, sich bezüglich ihrer späteren Berufswahl zu orientieren." Dazu gehören unter anderem eine Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche, eine Simulation von Eignungstests, Beratung beim Erstellen von Bewerbungsmappen oder auch Hilfe bei Online-Bewerbungen. Auf der anderen Seite wird unter der Federführung von Mittelstufen-Koordinator Reinhard Gruthoff den Schülern geholfen, zu erkennen, wo ihre Stärken und Interessen liegen. Der Raum kann während der gesamten Schulzeit - also auch insbesondere während der Nachmittagsbetreuung - genutzt werden.

"Hier soll vermittelt werden, was man sonst in der Schule nicht lernt", fasst Bildungs-Staatssekretär Georg Jungmann bei der Eröffnung zusammen. "Wenn das funktioniert, wird das Ministerium bestimmt noch weitere Schulen unterstützen, die so etwas einführen wollen. Aber ich glaube bereits jetzt, dass die Lernwerkstatt eine Erfolgsgeschichte wird."

Die Schüler selbst sind von den Möglichkeiten, die sich ihnen nun bieten, angetan. "Mit so etwas beschäftigen wir uns ja normalerweise nicht im Unterricht. Ich denke auf jeden Fall, dass uns das einiges bringen wird", glaubt der 15-jährige Yannic Schell. Alessandro Carretta, 15, sieht das ähnlich: "Ich glaube, es ist gut, wenn wir diese Dinge schon einmal gehört haben, bevor es irgendwann ernst wird."

Meinung

Sinnvoll angelegtes Geld

Von SZ-RedakteurSascha Sprenger

Oft stehen Schülerinnen und Schüler noch kurz vor dem jeweiligen Abschluss vor Problemen. Wie geht es weiter? Was erwartet mich im Berufsleben? Was will ich eigentlich? Sicherlich ist die Erkenntnis, dass junge Menschen heutzutage nicht früh genug auf das Berufsleben vorbereitet werden können, nicht neu. Aber das ASG packt das Problem an. Und das Ministerium hat schnell erkannt, dass Steuergelder hier sinnvoll angelegt sind. Daher wäre es wünschenswert, wenn weitere Schulen im Saarland dem Dillinger Beispiel folgen. Die Schüler werden es ihnen danken.