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Patientenberatung
Beratung zu drängenden Gesundheitsthemen

Ein Beratung der UPD richtet sich auf medizinisch-rechtliche Themen, nicht auf Diagnosen.
Ein Beratung der UPD richtet sich auf medizinisch-rechtliche Themen, nicht auf Diagnosen. FOTO: David Ausserhofer/UPD / DAVID_AUSSERHOFER
Saarlouis. Mit ihrem mobilen Dienst ist die Unabhängige Patientenberatung in Saarlouis. Sie informiert zu medizinischen Rechtsfragen. Von Barbara Scherer

Habe ich ein Recht auf Einsicht in meine Patientenakte? Was mache ich im Falle eines Behandlungsfehlers? Und muss ich eigentlich drei Stunden in der Arztpraxis warten, wenn ich einen Termin habe? Um solche und ähnliche Fragen geht es am Mittwoch, 18. Juli, am Pavillon in der Französischen Straße in Saarlouis. An diesem Tag ist von 10 bis 16 Uhr ein Beratungsmobil der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) vor Ort. Ein Berater gibt dann kostenlos Auskunft zu Themen wie Krankengeld, Pflegeleistungen oder Mitteilungen von Kranken- und Pflegekasse.


Der Berater vor Ort ist ein Fachexperte für Sozialrecht, erläutert Thorben Krumwiede, Geschäftsführer der UPD. Wenn der Rat eines Mediziners benötigt werde, könne dieser per Videotelefonie hinzugeschaltet werden. Die mobile Beratung soll es ermöglichen, dass Ratsuchende ihre Fragen im persönlichen Gespräch klären können. „Viele Menschen wissen gar nicht, welche Rechte und Ansprüche sie gegenüber ihrer Krankenkasse oder ihrem Arzt haben“, berichtet Krumwiede. Der Schwerpunkt der Fragen liege somit in den Bereichen Krankenkasse und Recht; auch die Neuregelungen im Bereich Pflege seien häufig ein Thema.

Zwei Themen seien im Saarland häufiger als im Bundesdurchschnitt, sagt Krumwiede: Fragen zum Thema Krankengeld und die Suche nach „Leistungserbringern“, also Ärzten oder Krankenhäusern. Dabei gehe es sowohl um die Frage, welcher Arzt in einem bestimmten Fall zuständig sei, als auch um das Problem, keinen Termin bei einem Arzt zu bekommen. Konkrete Ärzte dürfe der Berater zwar nicht nennen, betont Krumwiede, aber eine Umkreissuche über eine eigene Datenbank sowie die „Weiße Liste“ sei möglich.

Neben der Empfehlung eines konkreten Arztes gibt es weitere Fragen, die die Berater nicht beantworten dürfen oder können. „Wir stellen keine Diagnosen“, betont Krumwiede. Für konkrete Fragen zu Therapien oder Untersuchungen müssen die Ratsuchenden zu einem entsprechenden Facharzt gehen. Der UPD-Geschäftsführer weist in diesem Zusammenhang aber auf das grundsätzliche Anrecht auf eine Zweitmeinung hin. Außerdem betont er, dass die Berater Aufklärungsarbeit leisten: Sie erklären also die Optionen, wo es beispielsweise bei einem Schreiben der Krankenkasse ein Einspruchsrecht gibt oder was ein bestimmtes Schreiben überhaupt bedeutet. Beim Einspruchsschreiben selbst können die Berater aber nicht helfen.

Die Beratungen in Saarlouis werden nach den bisherigen Erfahrungen der Berater gut angenommen, sagt Krumwiede. Er empfiehlt, vorab einen Termin auszumachen (siehe Info). Diese hilft, Wartezeiten zu vermeiden, außerdem kann dann bei Bedarf ein Simultandolmetscher zugeschaltet werden, der etwa in türkischer oder russischer Sprache zur Seite steht. Aber auch spontan sind Besucher willkommen. „Im Zweifelsfall nimmt der Berater die Daten auf und ruft später an“, sagt Krumwiede. Wer eine Frage, aber am kommenden Mittwoch keine Zeit, hat, kann die telefonische Beratung anrufen oder sich an die Beratungsstelle in Saarbrücken wenden.



Eine Frage beantwortet Krumwiede jedoch gleich, nämlich die, ob ein Patient nun eigentlich drei Stunden in der Praxis warten müsse: „Es gibt keine gesetzliche Begrenzung“, sagt er – aber trotzdem müsse niemand drei Stunden warten. Er empfiehlt, das Gespräch mit dem Praxispersonal zu suchen: Eventuell gebe es zum Beispiel die Möglichkeit, sich einen neuen Termin geben zu lassen oder zu Hause zu warten und sich anrufen zu lassen. Eine Garantie, dass man überhaupt drankomme, gebe es nicht: „Wenn es kein Notfall ist, kann der Arzt die Behandlung ablehnen.“