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Kreistag: Beim Klimaschutz besteht Nachholbedarf im Landkreis

Kreistag : Beim Klimaschutz besteht Nachholbedarf im Landkreis

Der Energiewende geht die Luft aus, und der Klimaschutz zeigt Schwächen. Aber auch im Kreis Saarlouis steigen die Temperaturen, stellte Klimaschutzmanager Ralf Jupp dem Kreistag beim Klimaschutzbericht 2017 dar. Von 1881 bis 2016 sei die Durchschnittstemperatur im Saarland um 1,5 Grad angestiegen. Als Folge davon gelten mildere Winter und heißere Sommer. Zudem gingen die Niederschläge zurück, jedoch komme es lokal zu Starkregen.

Deshalb habe der Landkreis beispielsweise an etlichen seiner Schulen Energie sparende Maßnahmen durchgeführt. Dazu gehörten modernisierte Heizungsanlagen, Wärmedämmung an Fassaden und Dachsanierungen. 2015 wurde eine zentrale Stelle eingerichtet, die alle Heizungsanlagen der kreiseigenen Verwaltungs- und Schulgebäude kontrolliert und bei Bedarf korrigiert. Mit den Kommunen wird in Sachen Klimaschutz zusammengearbeitet auf der Grundlage des 2015 gegründeten Energie-Effizienz-Netzwerkes.

Als Pilotprojekt stellte Jupp die Erweiterung der „Kinderland“-Einrichtung auf dem Campus Nobel dar. Dort entsteht ein Kita-Komplex mit Energieerzeugung im Hybridverfahren. Durch zahlreiche Maßnahmen sei im Kreis Saarlouis von 2010 bis 2016 der Endenergieverbrauch von 4735 auf 4600 Gigawattstunden gesunken. Im selben Zeitraum habe sich der Anteil regenerativer Energien von 70 auf 117 Gigawattstunden erhöht, vor allem durch Fotovoltaik und Wasserkraft.

Der Stromverbrauch im Kreis Saarlouis wurde 2016 zu etwa 18 Prozent aus lokaler und regenerativer Stromerzeugung gedeckt. Das liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 31,7 Prozent. Für den Klimaschutz fordert die Bundesregierung, den Ausstoß an Treibhausgasen bis 2020 um mindestens 40 Prozent zu senken, bezogen auf den Stand von 1990. In diesem Zeitraum hat der Kreis Saarlouis die Gase bislang um 27 Prozent reduzieren können. Davon wurden in den Jahren 2010 bis 2016 14 Prozent eingespart. Für die restlichen 13 Prozent blieben demnach nicht mehr ganz drei Jahre.