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Baustellenbesuch im Theater am Ring

Saarlouis. Das Theater am Ring ist seit Jahren eine Baustelle. Die Fassade gibt sich allmählich zu erkennen. Doch wie sieht es dahinter aus? Das wollten sich zahlreiche Besucher am Samstag einmal selbst ansehen. Thomas Seeber

"Da kann man mal sehen, wo das ganze Geld hingeht." Dieser Satz war beim "Tag der offenen Baustelle" am Samstag im Theater am Ring in Saarlouis gleich mehrmals aus der großen Gruppe der Besucher zu vernehmen, die an den beiden Führungen durch die derzeit wohl berühmteste Baustelle der Stadt teilnahmen. Der für den Umbau zuständige Amtsleiter für Gebäudemanagement, Paul Goebels, und Oberbürgermeister Roland Henz erläuterten vom Keller bis zum Dachgeschoss den Stand der Arbeiten.

Der Anstieg der Baukosten, die lange Bauzeit und auch der Entwurf der Architektengemeinschaft um François Valentiny sorgten in der Vergangenheit für Verdruss. Doch die Begehung eröffnete vielen einen neuen Blick auf das Groß-Projekt, denn alleine die Ausmaße der entkernten Räume flößen Respekt ein. Da die Verkleidungen noch fehlen, konnten die Besucher das immense Gewirr von Kabeln und Leitungen bestaunen. Elektrik, Heizung und Sanitär werden komplett erneuert.

Im Festsaal fällt vor allem die Decke ins Auge, bei der nach Abbau der alten Verkleidungen klar wurde, dass sie für den Umbau in der Statik verstärkt werden muss. Diese Art unliebsamer Überraschungen hätten sie regelmäßig erlebt, betonten Henz und Goebels. Das Foyer soll im Stil der Zeit des ursprünglichen Theaterbaus erhalten bleiben. Ein Probe-Stück ist bereits an der Wand zu sehen, entspricht aber noch nicht den Vorstellungen der Bauherren. Im Kontrast dazu sollen andere Teile des Foyers "brut" bleiben, das heißt, Beton und Rohrleitungen bleiben sichtbar. Der denkmalgeschützte Theatersaal bleibt unangetastet.

Wehmütig ums Herz wurde manchem älteren Teilnehmer, als es in den Keller ging. Wo früher ein legendäres Saarlouiser Lokal beherbergt war, wird in Zukunft die Stadtbibliothek unterkommen. Es folgte ein Blick hinter die eingerüstete Außenfassade, die gemeinsam mit dem markanten, beleuchteten "Theater "-Schriftzug auf dem Dach aus dem Haus ein städtebauliches Highlight machen soll.