Bau auf Stelzen am Saaraltarm

Bald könnte das erste Haus für Saarlouiser Stadttauben Realität werden. Immerhin der Standort ist geklärt. Bevor am Saaraltarm gebaut wird, müssen aber noch ein paar Vorarbeiten erledigt werden.

Der Standort steht fest, der Plan steht auch soweit, gebaut wird aber noch nicht: Die Tauben in der Stadt Saarlouis bekommen - nach jahrelanger Standortsuche - demnächst ein neues Refugium, ein Taubenhaus. Und zwar an der Schleusenbrücke am Saaralt arm, auf der Wiesenfläche parallel zum Gaswerkweg. "Der Standort wurde in Absprache mit allen Beteiligten, darunter Tierschutzverein Witas, Landesdenkmalamt, Neuer Betriebshof und Stadtplanung, ausgewählt", informiert Stadt-Pressesprecher Sascha Schmidt. An der Brücke gäbe es bereits eine Population, sodass sich der Standort anbiete.

Bevor das sechs Meter hohe Taubenhaus auf Stelzen gebaut werden kann, steht aber noch ein Bodengutachten aus. "Erst muss noch der Baugrund analysiert werden. Das Gebiet dort ist Schwemmland, außerdem herrscht eine hohe Windlast. Es muss geprüft werden, ob und inwiefern das Fundament ausgebaut oder verstärkt werden muss", erklärt Schmidt weiter. Parallel dazu wird derzeit die Ausschreibung vorbereitet. Taubenhäuser dienen dazu, die Population der Tiere zu überwachen und zu kontrollieren. Mitarbeiter der Stadt tauschen die Eier gegen Gipseier aus, füttern die Tiere und reinigen das Taubenhaus.

Geburtenkontrolle im Blick

"Wir erwarten, dass die Präsenz der Tauben in der Innenstadt durch das Taubenhaus abnehmen wird. Es geht zum einen um Geburtenkontrolle, es geht aber auch um Hygiene und Gesundheit. Gerade in der Innenstadt gibt es eine große Menge an Terrassenwirtschaft sowie Wochen- und Bauernmärkte. Die Gastronomie hat sich immer wieder über den negativen Einfluss der Tauben, vor allem den Taubendreck, beklagt", sagt Schmidt.

Ein wirkliches "Taubenproblem" gäbe es, so Schmidt, in Saarlouis zwar nicht, illegale Fütterungen hätten aber in letzter Zeit zu einem Anstieg der Taubenpopulation geführt. Deshalb hat die Stadt nun ein Fütterungsverbot für den Inneren Ring auf den Weg gebracht. "Dann ist Taubenfüttern eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld bis zu 5000 Euro bestraft wird", kündigt Schmidt an. Dabei gehe es nicht um "Brötchenkrümel", sondern um die Leute, die die Tiere "im großen Stil" fütterten - und die gäbe es nach wie vor.

Rund 400 Tauben sind in der Innenstadt unterwegs, noch mal 150 im Bereich des Saaraltarms, schätzt Hartmann Jenal von Witas. Jenal ist hochzufrieden mit den Plänen der Stadt. "Städtebaulich ist das Taubenhaus, so wie es geplant ist, ein Schmuckstück, das super in das Bild des Saaraltarms passt", sagt er. Ein einziges Taubenhaus genüge seiner Meinung nach zwar nicht, um des Taubenproblems in der Innenstadt Herr zu werden, doch immerhin sei es "ein Anfang".

Noch drei Häuser nötig?

"Rund 60 bis 80 Brutpaare werden in dem Taubenhaus Platz finden. Das Angebot werden vermutlich aber die Tauben annehmen, die bereits am Saaraltarm leben. Ich glaube nicht, dass das Taubenhaus die Tiere aus der Innenstadt anlocken wird", meint der Tierschützer. Mindestens drei weitere Taubenhäuser müssten seiner Einschätzung nach in der Innerstadt installiert werden, damit man auch dort die Population kontrollieren könne: "Da wird aber immer noch nach Standorten - vorzugsweise auf Dächern - gesucht. Wer ein Taubenhaus auf seinem Dach montieren lassen möchte, der würde der Allgemeinheit einen Dienst erweisen."