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Bartsch sieht Chancen für Rot-Rot-Grün in Thüringen

DietmarBartsch
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Saarlouis. Ute Kirch

Es war nicht die Höhle des Löwen, in die sich der Linken-Bundestagsabgeordnete Dietmar Bartsch am Dienstag in Saarlouis auf Einladung des dortigen Kreisverbandes begeben musste. Der parteiinterne Widersacher von Oskar Lafontaine wurde wohlwollend empfangen und fand für den Fraktionsvorsitzenden im Saar-Landtag sogar anerkennende Worte. Dass die Linke im Saarland - wie in den neuen Ländern - eine Volkspartei sei, "das ist vor allem dank Oskar Lafontaine gelungen", sagte Bartsch.

Der 56-Jährige, der innerparteilich zum Flügel der ostdeutschen Reformer gezählt wird und als Befürworter von Regierungsbeteiligungen der Linken gilt, ist stellvertretender Vorsitzender der Linken-Bundestagsfraktion. Vor Jahren hatte sich der frühere Bundesgeschäftsführer der Partei mit Lafontaine einen Machtkampf geliefert.

Einen Schwerpunkt seiner Rede zum Thema "Manchmal muss man auch Nein sagen! Linke Politik zwischen Opposition und Regierung" legte der Bundestags-Fraktionsvize auf die Wahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen. Vor rund 70 Zuhörern äußerte er seine Hoffnung, in Thüringen könne es nach der Landtagswahl nun zu einer rot-rot-grünen Regierung kommen, die mit Bodo Ramelow erstmals von einem Linken geführt werde. Doch die Frage, ob die DDR ein Unrechtsstaat war, bedroht das Bündnis. Als solchen hatten SPD , Grüne und Linke in Erfurt die DDR in einem Papier bezeichnet. Dies sorgt in der Partei bundesweit für Streit. "Es wäre unverantwortlich, das an dem Thema scheitern zu lassen. Das würden die Menschen nicht verstehen", sagte Bartsch, ohne sich in dieser Frage selbst zu positionieren.