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Oldtimer im Landkreis
Automobile Reise in die Vergangenheit

Start zum ADAC-Classic-Cup gestern Morgen auf dem Kleinen Markt in Saarlouis: Das „Cremeschnittchen“ des Saarlouisers Rainer Meckel vor dem Peugeot 403 von Johannes Bro aus Überherrn.
Start zum ADAC-Classic-Cup gestern Morgen auf dem Kleinen Markt in Saarlouis: Das „Cremeschnittchen“ des Saarlouisers Rainer Meckel vor dem Peugeot 403 von Johannes Bro aus Überherrn. FOTO: Ruppenthal
Homburg/Saarlouis. In Saarlouis machte der ADAC-Classic-Cup Station, bei bestem Wetter gingen die alten Fahrzeuge an den Start.

Strahlender Sonnenschein und eine Zeitreise in die Vergangenheit: Was will man mehr – und das völlig kostenlos. Kein Wunder, dass der Start der 10. ADAC-Oldtimerfahrt in Saarlouis – zugleich dritter Lauf um den ADAC-Classic-Cup – viele Menschen auf den Kleinen Markt lockte. Und das Oldtimer-Festival verwandelte diesen Bereich kurzzeitig in die „teuerste Einkaufsmeile“ des Saarlandes. Addiert man den Wert der fast hundert historischen Fahrzeuge, kommt man schon auf ein mächtig großes Sümmchen. Ausrichter waren übrigens der Triumph-Club Saar und der AMC Heusweiler.


 Mit etwas Verspätung schickte Oberbürgermeister Peter Demmer kurz nach halb elf die zahlreichen Starter aus dem gesamten Saarland und dem benachbarten Rheinland-Pfalz auf die Strecke. Und das zeigte schon die Devise dieser „Oldtimer-Rallye“ deutlich auf: Eile mit Weile – es kam nicht auf die Schnelligkeit, sondern vielmehr aus Präzision, Geschicklichkeit und fahrerisches Können an.

 Um am ADAC-Saarland-Classic-Cup teilnehmen zu können, braucht man keine Vorkenntnisse. Mitfahren kann jeder, der im Besitz eines gültigen Führerscheins ist. Allerdings muss das Fahrzeug mindestens Baujahr 1988 oder älter sein, und der Beifahrer sollte mindestens 16 Jahre alt sein, um an der Wertung teilnehmen zu können.

 Als echter Tausendsassa erwies sich beim Start wieder einmal Landrat Patrik Lauer. Erst unterstützte er OB Peter Demmer und Rainer Bastuck, den Oldtimer-Beauftragten des ADAC, zudem einer der Begründer und Organisatoren dieses so beliebten Classic-Cups, beim Start des ersten Fahrzeuges, dann fuhr er kurze Zeit später selber in einem Triumph TR 250 beim dritten Lauf des Classic-Cups mit.

Als erstes Fahrzeug schickte OB Demmer mit seiner schwarz-rot-goldenen Flagge den ältesten Oldtimer im Feld, den Mercedes 170 V von Professor Peter Liell und Stephan Liell aus Stelzenberg auf die etwa 100 Kilometer lange Strecke. Es folgten das beigefarbene „Cremeschnittchen“, also ein 4 CV anno 1956, von Rainer Meckel und Walter Grube aus Saarlouis und der knallgelbe Peugeot 403 Pick Up aus dem Jahr 1959 von Johannes und Doris Bro aus Überherrn. Nach dem „Alvis TA14 Sport Spezial“ von Erwin und Ulrike Remmel aus Merzig folgten dann noch jede Menge weitere historische Fahrzeuge, alles echte Oldtimer und einer schöner als der andere. Das Spektrum reichte dabei vom Ford Granada über die verschiedensten Opel, den Ford Mustang, den VW Käfer über den Fiat 1500 Cabrio, den Sima 1000 GLS bis hin zum BMW 635 CSI, den Fiat 124 Spider, den Porsche 911 und 944 bis hin zum Audi 80 Quattro.



 Und nicht nur die Fahrzeuge waren historisch, die meisten Ziele der vierrädrigen Oldies auch. Die Reise in die Vergangenheit startete in der vom berühmten Architekten des Sonnenkönigs Ludwig XIV Sebastien Le Prestre Marquis de Vauban gebauten Festungsstadt, führte danach zum bereits 1235 urkundlich erwähnten „Bellus Ramus“, – heute heißt die ehemals blühende Burgstadt des Mittelalters Berus –, weiter zum nächsten historischen Highlight, der Adolphshöhe in Wallerfangen. Einen weiteren Zwischenstopp gab es an der Freilichtbühne in Hülzweiler, um die Generalprobe von William Shakespeares „Sommernachtstraum“ der Volksbühne Hülzweiler miterleben zu können. Der Ausflug in die Vergangenheit des Landkreis Saarlouis endete an der Bettinger Mühle in Schmelz, 1246 erstmals urkundlich erwähnt und heute eine geschätzte Event-Location.

 Nächste Stationen des ADAC-Classic-Cups sind am 5. August das internationale Oldtimertreffen in Eppelborn und am 9. September das VdM-Oldtimertreffen in Saarbrücken, bevor dann am 6. und 7. Oktober schon traditionell das Finale bei den saarländischen ADAC-Oldtimertagen am Linslerhof bei Überherrn stattfindet.

Als erstes Fahrzeug schickte OB Peter Demmer den Mercedes 170 V Baujahr 1937 von Peter Liell aus Stelzenberg auf die Strecke.
Als erstes Fahrzeug schickte OB Peter Demmer den Mercedes 170 V Baujahr 1937 von Peter Liell aus Stelzenberg auf die Strecke. FOTO: Ruppenthal
(rup)