1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Saarlouis

Auf dem Weg zur Barrierefreiheit

Auf dem Weg zur Barrierefreiheit

Saarlouis. Seit vier Jahren engagiert sich Birgit Cramaro im Auftrag der Kreisstadt Saarlouis für die Belange von Menschen mit Behinderungen. In ihrem Ehrenamt verfolgt die hauptamtliche Seniorenmoderatorin ein klares Ziel: Mehr Barrierefreiheit, weil davon alle Bürger profitieren. Saarlouis sei auf einem guten Weg, behindertengerecht zu werden, sagt die 45-Jährige

Saarlouis. Seit vier Jahren engagiert sich Birgit Cramaro im Auftrag der Kreisstadt Saarlouis für die Belange von Menschen mit Behinderungen. In ihrem Ehrenamt verfolgt die hauptamtliche Seniorenmoderatorin ein klares Ziel: Mehr Barrierefreiheit, weil davon alle Bürger profitieren. Saarlouis sei auf einem guten Weg, behindertengerecht zu werden, sagt die 45-Jährige. Trotzdem gebe es noch viel zu tun.Cramaro setzt sich für Menschen ein, die Unterstützung brauchen. Die Diplom-Sozialpädagogin fungiert seit 2006 als Anlaufstelle für behinderte Bürger oder Angehörige, die Rat oder Hilfe suchen. Sie berät in Sachen Hilfsmittel (wie Rollstühle) oder Hilfsdienste, bei Problemen am Arbeitsplatz oder in Fragen der Integration, bei Anliegen an die Stadt. Einzelpersonen oder Verbände wenden sich an sie, wenn sie mangelnde Barrierefreiheit beklagen. Oder mangelndes Verständnis. Ein Riesen-Thema seien Behinderten-Parkplätze, sagt die Beauftragte, die mit ihrer Familie in Wallerfangen wohnt: "Da gibt es viel Unzufriedenheit auf allen Seiten." Das Problem liege nicht bei der Stadt: "Die Ortspolizeibehörde hilft schnell, wenn ein neuer Parkplatz gebraucht wird." Aber Stellflächen würden immer öfter von Unbefugten zugeparkt, worüber sich behinderte Menschen zu Recht beschwerten. Cramaro spricht von gesellschaftlicher Unbedachtheit, wenn sich Bürger bei ihr melden, "die finden, dass es zu viele Behinderten-Parkplätze gibt, wo Parken in der Innenstadt sowieso schwierig ist". Hier müsse eine Lösung gefunden werden: "Am Liebsten würde ich dazu mal eine Podiumsdiskussion veranstalten." In der Stadtplanung werde das Thema Barrierefreiheit seit 2006 zunehmend berücksichtigt, bilanziert Cramaro ihre bisherige Arbeit. Es gebe eine gute Zusammenarbeit mit der Kommune, die für Geh- und Sehbehinderte viel verbessert habe. "Bis die Stadt ganz barrierefrei ist, also allen Arten von Behinderungen gerecht wird, gibt es noch viel zu tun. Aber der Prozess ist in Gang und das ist mir sehr wichtig." Das Rathaus oder der Kleine Markt seien jetzt behindertengerechter, dazu Bordsteine oder Ampeln. Bei Projekten - etwa auf dem Schlachthof-Gelände - werde auf Barrierefreiheit geachtet. Weiterer Handlungsbedarf bestehe etwa in der Markierung der vielen Poller in der Stadt, weil sie Sehbehinderte stören. "Design für alle"Grundsätzlich, so Cramaros Überzeugung, könne der Abbau von Barrieren allen nützen: "Saarlouis braucht ein Design für alle, davon profitieren nicht nur Behinderte, sondern auch Senioren oder Familien mit Kinderwagen." Und um dieses Ziel schneller zu erreichen, würde sich die Behindertenbeauftragte "mittelfristig personelle Aufstockungen seitens der Kommune wünschen". Kontakt: Birgit Cramaro, Telefon (0 68 31) 44 33 83.