Auch Nichts muss getan werden

Merzig-Wadern. Der Saarbrücker Psychotherapeut Ralf Rousseau rät, täglich mindestens 15 Minuten lang nichts zu tun. Aber was tun die Menschen in der Region, wenn sie nichts tun? Die meisten antworten: "Fernsehen!", so zum Beispiel Janosch Theobald und auch Isabelle Eiden aus Saarlouis

Merzig-Wadern. Der Saarbrücker Psychotherapeut Ralf Rousseau rät, täglich mindestens 15 Minuten lang nichts zu tun. Aber was tun die Menschen in der Region, wenn sie nichts tun? Die meisten antworten: "Fernsehen!", so zum Beispiel Janosch Theobald und auch Isabelle Eiden aus Saarlouis. Und wer von den Befragten unter Nichtstun Fernsehen versteht, schafft es auch tatsächlich täglich, zwischendurch einmal nichts zu tun.Wer Nichtstun aber als echte Entspannung und Erholung ansieht, kommt meist nicht jeden Tag dazu. "Nichtstun ist mit meiner Freundin gemütlich auf dem Sofa zusammenliegen", sagt Lukas Groß (Fotos: Jenny Kallenbrunnen) aus Rehlingen. "Abschalten, die Augen mal schließen und Musik hören", sagt Julia Pyroth, "das ist Nichtstun." Täglich gelingt ihr das leider nicht, sagt sie.

"Den Begriff gibt es in meinem Wortschatz gar nicht", sagt Bernd Königl aus Lebach. Auch er kommt nur sehr selten dazu, denn er findet: "Nichtstun ist echtes Abschalten und Entspannen, zum Beispiel ganz ohne Stress Zeit mit der Familie verbringen."

Friedrich Arend aus Saarlouis sagt: "Hinsetzen und nachdenken ist Nichtstun." Und Christine Niemes aus Überherrn findet: "Nichtstun ist am Tisch vor meinem Lieblingscafé stehen, Kaffee trinken und den Leute in der Fußgängerzone zusehen." Sie bemüht sich, mindestens dreimal in der Woche nichts zu tun.

"Faulenzen, gemütlich eine Zigarette rauchen und in den Garten gucken, die Vögel beobachten" - das ist Nichtstun für Heinz Rupp. Und Luca Beckstein aus Niedersaubach versucht, täglich nichts zu tun, indem er sich mit einer Tasse Kakao hinsetzt, es sich gemütlich macht und Musik hört. "Chillen eben", sagt er.

Cosima Claesgens und Diana Laidai aus Saarlouis verstehen unter Nichtstun "im Bett liegen und Musik hören" und wenn Elisaveta Paviljuk mal nichts tut, dann sitzt sie vor dem Fernseher oder surft im Internet. "Nichtstun ist Freizeit, Regenerieren!", sagt Claudia Casper aus Schwalbach, "zum Beispiel spazieren gehen oder Sport. Ein Buch Lesen kann auch nichts sein", sagt sie.

"Wenn man es genau nimmt", sagt Heike Müller aus Saarlouis, "dann ist einzig und allein Schlafen Nichtstun." Und das schafft sie auch wirklich jeden Tag. kj