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Arbeitsmarkt im Kreis Saarlouis im Juli 2020

Arbeitsmarkt : Die Beschäftigung im Kreis Saarlouis sackt langsam aber stetig weiter ab

Sie steigt nicht ruckartig, aber stetig, die Zahl der Menschen im Kreis Saarlouis, die ihre Arbeit verlieren. Prognosen, wie die Wirtschaft aus den Pandemie heraus kommt, sind jetzt aber noch nicht möglich.

Im Juli haben im Landkreis Saarlouis weitere zehn Unternehmen für insgesamt 216 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Das geht aus dem Juli-Bericht der Agentur für Arbeit hervor. Seit Beginn der Corona-Krise haben im Landkreis insgesamt 2309 Unternehmen Kurzarbeit für 35004 Personen angezeigt. Wie viele davon derzeit tatsächlich in Kurzarbeit stecken, wird es aus einer späteren Statistik hervorgehen, wie die Agentur mitteilt. Im Juli also setzte sich der Trend des Vormonats fort, wonach der Zuwachs an Corona-bedingter Kurzarbeit nachgelassen hat.

„ Im Vorjahresvergleich der Arbeitslosenzahlen und der Kräftenachfrage erkennen wir jedoch, wie schwer die durch die Pandemie hervorgerufenen Einschnitte den Arbeitsmarkt weiter beeinträchtige“, kommentiert Madeleine Seidel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland. „Als kleines positives Signal bewerten wir einen erstmaligen leichten Anstieg der Abgänge in Erwerbstätigkeit im Vergleich zu den Vormonaten. Eine vorsichtig optimistische Interpretation ist, dass die Arbeitsplatzsicherung mit Hilfe des Instruments Kurzarbeitergeld gut gelingt, und dass die ersten Unternehmen damit beginnen, wieder Arbeitskräfte einzustellen“, deutete Seidel mit Blick auf das ganze Saarland.

Im Landkreis Saarlouis waren im Juli 6490 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 220 mehr als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 1188 Arbeitslose mehr gemeldet (plus 22,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag mit 6,1 Prozent um 0,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und um 1,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres.

Der Anstieg geht komplett auf das Konto von Männern und Frauen, die aus ihrer aktiven Erwerbstätigkeit, also aus dem laufenden Betriebsgeschehen, ausscheiden mussten. Für sie ist die Agentur für Arbeit zuständig. Dort ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 248 auf 3245 gestiegen. Das waren 781 mehr als vor einem Jahr (plus 31,7 Prozent). Das ist jetzt genau die Hälfte der im Kreis arbeitslos gemeldeten Menschen.

Bei den Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit bei 427. Sie erhöhte sich um 60 im Vergleich zum Vormonat und lag um 43 über dem Wert des Vorjahres. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus betrug 1251. Sie ist gegenüber dem Vormonat um 79 und gegenüber dem Vorjahr um 358 gestiegen.

Die andere Hälfte ist beim Jobcenter im Landkreis Saarlouis gemeldet. Die arbeitslosen Menschen beziehen Grundsicherung oder Arbeitslosengeld II („Hartz IV“). Die Zahl der Arbeitslosen beim Jobcenter Saarlouis sank im Juli um 28 unter den Vormonatswert, lag aber um 277 über dem Vorjahreswert.

Jugendarbeitslosigkeit ist weiterhin im Bereich der Grundsicherung nicht in nennenswertem Umfang vorhanden. 898 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber Juni um 16 verringert und gegenüber Juli 2019 um 24 erhöht.

Fast die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Juli 1544. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um 118.

Unternehmen der Region haben im Juli 340 Stellen zur Besetzung gemeldet, genauso viele wie im Juni, jedoch rund 22 Prozent weniger als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden 2531 offene Stellen gemeldet, 590 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Bestand an freien Arbeitsstellen hat sich im Vergleich zum Vormonat unwesentlich verändert, der aktuelle Wert liegt aber deutlich unterhalb des Vorjahres. Aktuell stehen 1619 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung. Das ist ein Fünftel unter dem Vorjahresniveau.

Seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober wurden im Kreis Saarlouis 1335 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 114 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 713 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, neun weniger als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im Juli waren noch 474 Stellen unbesetzt und 197 Jugendliche unversorgt. Vor allem für kaufmännische Berufe und im Verkauf werden Azubis gesucht.