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Arbeitsmarkt
Arbeitslosigkeit weiter unter Vorjahresniveau

Kreis Saarlouis. Das sind günstige Zahlen vom Arbeitsmarkt: Erstmals seit 18 Jahren gibt es im Kreis weniger als 5000 Arbeitslose im April. Dazu kommen mehr offene Stellen. red

Im April hat die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Saarlouis seit 18 Jahren erstmals in einem April die 5000er-Marke unterschritten. Mit 4983 lag sie um rund 60 unter dem Märzstand. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken (minus 650 oder 11,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag mit 4,9 Prozent um 0,6 Prozentpunkte unter der des Vorjahres.


„Der Arbeitsmarkt zeigt sich auch zu Beginn des zweiten Quartals in einer stabilen Verfassung“, stellt Jürgen Haßdenteufel, Chef der Agentur für Arbeit Saarland, fest. „Die hohen Stellenmeldungen seit Jahresbeginn zeigen deutlich den immer noch steigenden Kräftebedarf der Unternehmen. Für die nächsten Wochen rechne ich daher mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit“, sagt Haßdenteufel.

Bei der Agentur für Arbeit hat sich im April die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zu März um rund 100 auf 1850 verringert, das waren 9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren ist die Arbeitslosigkeit innerhalb eines Jahres um 33 Prozent auf 190 gesunken.



Dagegen profitieren Personen in der Altersgruppe 50plus nicht vom Rückgang der Arbeitslosigkeit. Mit 825 lag ihre Zahl um 5,9 Prozent höher als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigung lag im Kreis Saarlouis im April mit 7825 Personen um 790 unter dem Vorjahresniveau.

Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 64 Prozent. Der Arbeitsmarkt wurde damit durch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik um 36 Prozent entlastet. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt.

Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen und/oder ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftlich bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

Seit Jahresbeginn haben die Unternehmen der Region 2140 offene Stellen zur Besetzung gemeldet, zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr. Aktuell sind noch 1880 offene Stellen gemeldet. Besonders gesucht werden weiterhin Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den foölgenden Bereichen: Kunststoff- und Holzherstellung und -verarbeitung, Metallerzeugung und -bearbeitung, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Verkehr, Logistik und Fahrzeugführung, Bau, Verkauf, Tourismus und Gastgewerbe sowie in medizinischen und nichtmedizinischen Gesundheitsberufen.