Arbeitslosigkeit im Kreis Saarlouis steigt im Juni weiter leicht an

Arbeitsmarkt Juni 2019 : Trendumkehr am Arbeitsmarkt geht weiter

Arbeitsmarkt-Bericht für Juni: Zwar nur 0,1 Prozent mehr Arbeitslose im Kreis, aber die Zeichen deuten auf stetige Abschwächung.

Die langsame Umkehr der Trends auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Saarlouis hat sich im Juni fortgesetzt. 4957 Frauen und Männer waren im Juni im Landkreis Saarlouis arbeitslos gemeldet, 75 mehr als im Mai. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,7 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr gab es einen Anstieg um 0,1 Prozentpunkte in der Quote und um 122 Personen in der absoluten Zahl.

„Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen zum Vorjahr verdeutlicht klar eine Abschwächung am Arbeitsmarkt“, erläutert Jürgen Haßdenteufel, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland. „Dieser Trend dürfte in den kommenden Monaten anhalten. Daran dürften auch eine nach wie vor hohe Nachfrage von Betrieben nach Fachkräften und ein Anstieg der von der Arbeitsagentur akquirierten Arbeitsstellen nichts ändern.“

So gliedert sich die Zahl auf: Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni um 85 auf 1961 angestiegen, das war 193 mehr als vor einem Jahr (plus 11 Prozent). Bei den Jüngeren unter 25 Jahren erhöhte sich die Arbeitslosigkeit seit Mai um 41 auf 266, das waren 45 mehr als vor einem Jahr. In der Altersgruppe 50plus waren 823 Personen arbeitslos gemeldet, 63 mehr als im Juni 2018.

Beim Jobcenter im Landkreis Saarlouis (Arbeitslosengeld II/Grundsicherung) ist die Arbeitslosigkeit im Juni erneut geringfügig gesunken (minus 10 auf 2996). Damit lag sie noch um 71 unter dem Vorjahreswert.

Jugendarbeitslosigkeit ist im Bereich der Grundsicherung nicht in nennenswertem Umfang vorhanden. 924 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 40 reduziert.

Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Juni 1453. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 4 Prozent.

Die tatsächliche Unterbeschäftigung im Kreis Saarlouis liegt noch ein Drittel über der Zahl der Arbeitslosen (im Sinne des Statistik). Denn unter diesem Begriff werden auch die Menschen dazu gezählt, die Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind: 7330 Personen gelten als unterbeschäftigt, ein Minus von 3,5 Prozent.

Die Schere geht momentan weiter langsam auseinander: Auf der einen Seite suchen allmählich wieder mehr Menschen Arbeit. Auf der anderen Seite suchen die Betriebe Fachkräfte und Auszubildende

Unternehmen der Region haben im Juni 540 Stellen zur Besetzung gemeldet, 136 mehr als im Mai und 80 mehr als im Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn wurden 2685 offene Stellen gemeldet, 16,4 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen rund 2040 freie Jobs zur Besetzung an.

Seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober suchten 663 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 123 weniger als vor einem Jahr (minus 15,5 Prozent). Gleichzeitig wurden 1390 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 20 weniger als im Vorjahreszeitraum. Am statistischen Zähltag im Juni waren noch 630 Stellen unbesetzt und 254 Jugendliche unversorgt.

Die Arbeitsagentur analysiert Trends auf dem Arbeitsmarkt: Die werden im Landkreis schlechter. Foto: dpa/Jens Kalaene

Detail am Rande: Im Bereich der Geschäftsstelle Lebach der Arbeitsagentur, zuständig für die Stadt Lebach und für Schmelz, bleibt die Arbeitslosigkeit auch weiter sehr deutlich unter dem Schnitt. Sie betrug im Juni 3,6 Prozent.