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Apropos
Grippe, Schmerzen und viele Gabeln

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Wer ist eigentlich dieser „Chor, der Engel“? Und passiert etwas Schlimmes, wenn er in „Leise rieselt der Schnee“ erwacht? Wahrscheinlich nicht, denn in „Ihr Kinderlein kommet“ schwebt er ja wieder hoch jubelnd oben. Oder nicht? Fragen, die mich schon als Kind beim Weihnachtsliedersingen beschäftigt haben. Von Nicole Bastong

Das Christkind hielt ich übrigens auch immer für besonders fleißig, denn schließlich „kehrt es mit seinem Besen ein in jedes Haus“. Im Laufe der Jahre habe ich aber doch allmählich bemerkt, dass die Verständnisprobleme meist auf akustischen Missverständnissen beruhen, auf klassischen „Verhörern“ also, wie sie auch die Autoren Axel Hacke und Michael Sowa schon in ihrem vergnüglichen Büchlein „Der weiße Neger Wumbaba“ gesammelt haben.



Denn warum sollte jemand „ein Kind mit Grippe“ haben wollen, wie es in „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ gewünscht wird? Obwohl, da wartet ja schließlich auch die ganze Familie „mit Schmerzen“ auf den Weihnachtsmann.

Das liegt wahrscheinlich an den „vielen Gabeln“, an denen man sich zwischen den klingelnden Glöckchen erlaben kann. Wenn diese bösen, grausamen Kinder, wie ich fand, das bettelnde und flehende Christkindchen dann nach drei Strophen endlich reingelassen haben.