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Weiterbildung: Anspruchsvolles in Szene gesetzt

Weiterbildung : Anspruchsvolles in Szene gesetzt

Die neue Spielzeit in Saarlouis wartet für Kinder mit vielen neuen Stücken auf. Auch gibt es eine neue Form der Kooperation mit Ottweiler.

Eine neue Form der interkommunalen Zusammenarbeit probiert die Stadt Saarlouis aus. Nach 15 Jahren Kinder-, Jugend- und Familientheaterfestival in Ottweiler, Titel Spielstark, gibt es ab diesem Jahr ein Programm auch für Saarlouis. Die Aufführungen und Lesungen finden im Theater am Ring statt, im Festsaal und in der Bibliothek. Das Festival ist in Saarlouis wie in Ottweiler an Schulklassen als Publikum orientiert. Das Festival findet zum ersten Mal in Saarlouis statt. „Erstes Mal“ lässt auf noch weitere Durchgänge hoffen, sagt Kulturamtsleiterin Julia Hennings. Schulen können Klassen anmelden: für die Theaterstücke beim Kulturamt der Stadt Saarlouis und für die Lesungen sowie das Bilderbuchkino bei der Stadtbibliothek.

Besonderheit für Saarlouis: Erstens bezuschusst der Landkreis das Ticket jedes Kindes mit zwei Euro. Die Schule zahlt zunächst den vollen Preis und bekommt dann den Zuschuss vom Kreis zurück. Lesungen und Bilderbuchkino sind für die Kinder kostenfrei.

Zweitens, die Kreisverkehrsbetriebe (KVS) bieten an, die Klassen aus dem Kreis kostenlos zu fahren. Der Antrag darauf ist Teil des Anmeldeformulars. Traumhaft findet das der Leiter des Theaters Überzwerg, Christoph Dewes. „Mittlerweile sind nicht mehr die Eintrittspreise das Problem, sondern die Fahrtkosten.“

In Saarlouis werden drei Theaterstücke gezeigt. Das zweisprachige Stück „Bonjour la nuit! Gute Nacht, lieber Tag!“ macht am Montag, 16. Oktober (9.30 und 11.30 Uhr) den Anfang. Sonne und Mond mögen sich nicht, verstehen sich nicht. Das ändert sich im Laufe dieser poetischen Geschichte. Am Ende haben beide sogar zwei Kinder, den Morgen und den Abend. Geeignet, sagt Dewes, für Kinder ab vier Jahren. Das Stück ist eine Eigenproduktion des Theaters Überzwerg.

Ab zehn Jahren ist das zweite Stück, „Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zaunes schaute“. Ab zehn, ja, bekräftigt Theatermann Dewes. Denn der Zaun trennt einen Zoo und das Konzentrationslager Buchenwald – das war wirklich so. Die Tiere sehen von ihrer Seite des Zaunes auf die andere und wundern sich, was sie da sehen. Komische Zebras auf zwei Beinen und Gestiefelte, zum Beispiel. Kein Stück über das KZ, sondern eines, sagt Dewes, über Pavian und Bär. Der Bär ist es, der was wissen will und keine Ruhe gibt. Die Produktion von „Follow the Rabbit“, Graz, und dem Vorarlberger Landestheater in Bregenz ist 2014 mit dem Deutschen Kindertheaterpreis ausgezeichnet worden. Zu sehen am Mittwoch, 18. Oktober, 9 und 11.30 Uhr.

Das dritte Stück, geeignet ab 14 Jahren, ist am Freitag, 20. Oktober (9.30 und 11.30 Uhr), zu sehen. Es heißt „Dschihad One-Way“. Ein Einpersonenstück, eine Spurensuche, von Bernd Plöger, in dem der Vater eines Jungen über dessen Motive nachdenkt, in den Heiligen Krieg zu ziehen. Aufgeführt vom Jungen Theater Hof und dem Theater in Kempten.

Aus dem Buch „Der Theoretikerclub und die Weltherrschaft“ liest Autorin Anja Janotta Kindern ab zehn Jahren vor: am Dienstag, 17. Oktober, 8.30 Uhr und 10.15 Uhr. Für die Kleinen ab fünf Jahren wird am Donnerstag, 19. Oktober (9.30 Uhr und 10.15 Uhr) das Bilderbuchkino geblättert: „Hällo, ei am Betti – eine Fremde auf dem Hof.“