"Am grünen Saum der Saar"

Saarlouis. "Am grünen Saum der Saar, da liegt mein Heimatland: mein Heim bleibt immerdar, wo meine Wiege stand." So beginnt das "Saarlied", das der Lisdorfer Priester und Theologieprofessor Jakob Ecker 1890 dichtete. Es ist dieses Saarlied, nicht der "Saarlouiser Marsch", zu dem Ecker den Text besteuerte - anders als in der SZ vom Freitag geschrieben

Saarlouis. "Am grünen Saum der Saar, da liegt mein Heimatland: mein Heim bleibt immerdar, wo meine Wiege stand." So beginnt das "Saarlied", das der Lisdorfer Priester und Theologieprofessor Jakob Ecker 1890 dichtete. Es ist dieses Saarlied, nicht der "Saarlouiser Marsch", zu dem Ecker den Text besteuerte - anders als in der SZ vom Freitag geschrieben. Jakob Ecker starb vor genau 100 Jahren. Am Wochenende wird ihm ein Gedenkakt in der Hans-Welsch-Halle in Lisdorf gewidmet (wir berichteten).Die Musik zum Saarlied ebenso wie zum "Saarlouiser Marsch" schrieb der Komponist Adolf Reckzeh, "königlicher Musikdirigent" in Saarlouis.

Auf die Verwechslung im SZ-Artikel machte der Wadgasser Musikhistoriker Björn Jakobs aufmerksam. 1893 wurde das Saarlied vor großem Publikum aufgeführt, teilte Jakobs mit. Es fand begeisterten Anklang. Anlass war das 50-jährige Bischofsjubiläum von Papst Leo XIII. 1893. Leo schrieb, nebenbei gesagt, im selben Jahr 1893 die Enzyklika Providentissimus Deus. Darin verteidigt er die Lehre von der göttlichen Inspiration der Bibel. Einen getreuen Widerschein dieser Enzyklika gab Jakob Ecker im Vorwort seiner ab 1903 erschienenen Hausbibel. Diese Hausbibel und die Kurzfassungen der Schulbibel machten Ecker zunächst im deutschen Sprachraum und später, nach vielen Übersetzungen, in der ganzen katholischen Welt bekannt.

Jakobs Saarlied ("fest steht die Wacht am Rheine, die Vorwacht an der Saar, der Saar") von 1893 fand Eingang in die Liedersammlung "Sang von der Saar. Unsere Saarheimat", 1925 herausgegeben "unter Förderung der Lehrerkammer des Saargebiets." Autor Philipp Stilz schrieb: "Von der Aufnahme geschmacklosen Schundes wurde aus begreiflichen Gründen abgesehen." Seinem Qualitätsanspruch genügte das Saarlied.

Björn Jakobs, der sich mit regionaler Musikgeschichte befasst: "Bei meinen Vorträgen über die Musikgeschichte des Kreises Saarlouis gab es immer wieder ältere Leute, die das Saarlied von Ecker/Reckzeh kannten und in der Volksschule in den 1930er Jahren noch gesungen hatten." we

Foto: Hartmann Jenal

Foto: B. Jakobs