Altstadtfest Saarlouis : Das Altstadtfest: proppenvoll und friedlich

Geschätzt rund 5000 Besucher – und es ging so friedlich zu wie fast immer: Das ist die Bilanz des Altstadtfestes 2019 in Saarlouis. Im Vorfeld hatte es Diskussionen über die Sicherheit gegeben.

Selten wurde das Saarlouiser Altstadtfest mit solcher Spannung erwartet wie in diesem Jahr. Dabei ging es weniger um das Programm oder das Feiern selbst. Die 43. Auflage des Saarlouiser Altstadtfestes stand aus einem anderen Grund im besonderen Fokus der Öffentlichkeit: Im Vorfeld hatte es Ärger gegeben, weil die Stadt zuerst die Sperrstunde auf ein Uhr vorverlegen wollte. Der Grund: seitens der Polizei kaum beherrschbare Zustände in den Morgenstunden nach der Saarlouiser Emmes 2019 in den Gassen der Altstadt. Nach einer Intervention des Altstadt-Fördervereins hatte man sich schließlich auf eine Sperrstunde von 3 Uhr einigen können (wir berichteten).

Ein offener Brief von Oberbürgermeister Peter Demmer, Schirmherr des Altstadtfestes, zur Situation der Polizei in Saarlouis nebst der Reaktion von Innenminister Klaus Bouillon, man werde seitens der Polizei künftig mit Kampfmontur bei Festen anrücken, sorgte für weiteren Wirbel.

Dass man in Saarlouis dennoch friedlich und ausgelassen feiern konnte, zeigte sich dann an diesem Wochenende. Rund 5000 Gäste besuchten laut der Polizei Saarlouis das diesjährige Altstadtfest – und es verlief weitestgehend ruhig. In der Nacht von Freitag auf Samstag sei es lediglich zu drei polizeilich relevanten Vorfällen gekommen. Im einzelnen sei dies eine Sachbeschädigung gewesen und zwei Fälle von Körperverletzung im Bereich der Friedensstraße. Hierbei sei einem Altstadtbesucher erst in den Bauch getreten worden, im weiteren Verlauf sei dem 17-jährigen Besucher außerdem mit einer Flasche gegen den Kopf geschlagen worden. Das Ergebnis: eine Platzwunde am Kopf. Zwei Tatverdächtige wurden im Laufe der sofort eingeleiteten Fahndung vorsorglich in Sicherheitsverwahrung genommen.

Von Samstag auf Sonntag habe es, so die Saarlouiser Polizei weiter, keine polizeilich relevanten Vorfälle gegeben. Von größeren Ausschreitungen also keine Spur. Und auch die von Bouillon angekündigten Polizisten in Kampfmontur konnten nicht gesichtet werden. Trotzdem blieb es in den Saarlouiser Gassen relativ ruhig, sodass die Polizei gestern Morgen eine gute Bilanz ziehen konnten.

Neben der Sperrstunde um 3 Uhr gab es außerdem seitens der Stadt zur Sicherheit einen privaten Ordnungsdienst, der in der Stadt unterwegs war. Vier Gaststätten hatten zudem eigene private Sicherheitsdienste engagiert. Auch die Veranstalter vom Altstadt-Förderverein zogen eine positive Bilanz des Festes. „Die Altstadt war proppenvoll – und das Altstadtfest ist, wie erwartet, friedlich verlaufen. So wie in all den Jahren“, sagte Fördervereins-Vorsitzender Raoul Mailänder. „Schön war, dass überall etwas los war. Es war alles komplett verteilt.“ Das gute Wetter – abgesehen von einem kurzen Platzregen am Freitag nach der Eröffnung– hatte ein Übriges getan.

Die neu eingeführte Sperrstunde, das bestätigte auch die Saarlouiser Polizei, sei eingehalten worden. Allerdings habe es diesbezüglich seitens einiger weniger Wirte nachts einigen Unmut gegeben. Fiel es doch manchem Wirt offenbar schwer, seinen noch gut gefüllten Laden pünktlich zu schließen. Tatsächlich sei Mitgliedern des Altstadt-Fördervereins vorgeworfen worden, sie hätten selbst die Sperrstunde auf 3 Uhr festgesetzt. „Genau anders herum wird ein Schuh draus“, so Mailänder dazu, der sich nächtens selbst diesen Vorwurf gefallen lassen musste.

Denn tatsächlich habe der Förderverein bei der Stadt erreicht, dass Lokale und Außengastronomie zwei Stunden länger öffnen konnten als von ursprünglich geplant. Hier bestehe in jedem Fall noch mit den besagten Wirten Gesprächsbedarf.

Derweil wurde in der Altstadt ausgelassen gefeiert bei einem breiten Musikangebot auf fünf Bühnen. „Man findet im Saarland kein anderes Fest, auf dem ein so vielseitiges Musikprogramm geboten wird“, sagte Holger Zenner, verantwortlich für die Musik auf dem Saarlouiser Altstadtfest. Vor allem freue ihn, dass lokale Bands hier auch zur Primetime ein Forum fänden.

Etwas Abstimmungsbedarf gab es am Freitagabend bezüglich der Lautstärke auf den verschiedenen Bühnen – vor allen zwischen der Rockstage am 7. Himmel und der Bühne am Humpen, bei denen es teilweise zu musikalischen Überlagerungen gekommen sei. Das habe man aber schnell in den Griff bekommen, sodass spätestens am Samstagabend auch von der Lautstärke her alles gepasst habe. Lediglich Restaurantbetreiber in unmittelbarer Nähe der zentralen Rockbühne hätten teils mit Unmut auf die Beschallung reagiert, sagte Zenner. Fügte aber hinzu, dass das beim Altstadtfest nun mal so sei. Das müsste auch allen Beteiligten klar sein.