Aktionsjahr „Mobilität und Zukunft“ beginnt an Schulen im Kreis Saarlouis

Kostenpflichtiger Inhalt: Schulen in Bewegung : Im Jahr 2050 mit Drohnen zur Schule?

Zum zweiten Mal können die Schulen des Landkreises 50 000 Euro für ein Aktionsjahr verwenden. Wieder der Hauptgewinn in einem bundesweiten Wettbewerb. Jetzt geht es um Mobilität und Nachhaltigkeit.

Manchmal kann etwas, das im eher kleinen Raum der Schule ensteht, „mit Wucht“ auf gesellschaftliche Entwicklungen einwirken. Das gab Landrat Patrik Lauer den Vertretern der weiterführenden Schulen im Kreis mit auf den Weg in ihr „Aktionsjahr Mobilität und Nahchaltigkeit“.

Dass dieses Aktionsjahr im Kreis Saarlouis überhaupt stattfindet, hat bereits eine eigene Wucht. Denn das Konzept gewann die Hauptförderung in einemm bundesweiten Wettbewerb des Rates für Nachhaltige Entwicklung, ausgestattet mit 50 000 Euro.

Zum zweiten Mal: Denn im Vorjahr hatte der Kreis schon einmal 50 000 Euro für ein Aktionsjahr gewonnen. Es war „Esskultur und Nachhaltigkeit“ gewidmet. 3500 Schülerinnen und Schüler plus Pädagogen machten mit, elf Projekte, 13 Schulgärten und drei Bienen-AGs werden weiter betrieben.

Der Nachhaltigkeitsrat besteht seit 2001, diesem beratenden Gremium gehören 15 Persönlichkeiten an. Gleich zwei Mal hintereinander überzeugten den Rat Konzepte, die Natalie Sadik, Schulentwicklerin beim Landkreis Saarlouis, erarbeitet hat. Sie hat sich an den Schulen und bundesweit bei Fachgremien  einen Namen gemacht mit zahllosen Projekten im Rahmen ihres Schulentwicklungsprogrammes, bei denen die Schüler konsequent Mitsprache hatten, etwa bei der Gestaltung von Schulhöfen.

Nun stellte Sadik im Bistro des Robert-Schuman-Gymnasiums Saarlouis Projekte für das neue Aktionsjahr vor. Es geht, wie Landrat Lauer umriss, darum, Mobilität als Grundbedürfnis und Nachhaltigkeit als Notwendigkeit zu vereinbaren, ohne dass dies als gravierender Verlust erlebt werde. 19 weiterführende Schulen in Trägerschaft des Kreises hatten sich angemeldet.

Unter den Projekten ein Ideen-Wettbewerb zum Thema „Wie kommen Schüler*innen im Jahr 2050 zur Schule“?: Vielleicht mit Drohnen, im selbst fahrenden Auto, oder Schule findet mit Lernprogrammen zu Hause statt? Fragen sind unter anderem: „Wie wird nachhaltige Mobilität Teil unserer Alltagskultur?“ oder „Warum bewegen sich Menschen überhaupt von einem Ort zum anderen?“. Dazu gibt es auch Projekttage gemeinsam mit dem Netzwerk Entwicklungspolkitik im Saarland.

„Wir werden uns mit Solarelektrizität befassen“, stellte Benjamin Brück ein weiteres Thema dar. Der Leiter des Schülerforschungszentrums Saarlouis wird mit einem Workshop zeigen, wie Solarstrom über einen Zwischenspeicher in die Autobatterie kommt und welche Technik eine geregelte Energiezufuhr ermöglicht.

Ideen zu Mobilität und Nachhaltigkeit setzt François Schwamborn mithilfe der Greenscreen-Technik in Videoclips um. Den Umgang mit dieser Technik vermittelt der Dozent der Hochschule der BIldenden Künste in einem Workshop. Er hatte auch für den Abschluss des ersten Aktionsjahres mit Schülern eine Animation kreiert, die dann auf die Fassade des Landratsamtes projiziert wurde.

Geben wird es auch einen Ratgeber für nachhaltige Wandertage.

Schon jetzt gebe es eine Reihe interessanter Ideen der Schulen, sagte Natalie Sadik. Beispielsweise den Vorschlag des Stadtgarten-Gymnasium Saarlouis für einen autofreien Tag. Dann sollen sich Schüler mal nicht zur Schule fahren lassen, sondern per Rad, Bus oder zu Fuß kommen. Außerdem wurde angeregt, Radwege besser zu gestalten, beispielsweise mit ansprechenderen Schildern. Am Robert-Schuman-Gymnasium Saarlouis (RSG) wurde bereits ein Verkehrskonzept umgesetzt (die SZ berichtete). Damit konnte das tägliche Bring- und Abholchaos gebändigt werden.

Gerade das macht Schule. Julia Abbas, Schülersprecherin des Max-Planck-Gymnasiums Saarlouis, und Max Dorzweiler, Mitglied einer Steuergruppe für Projekte am MPG, wünschten sich „so ein schickes Projekt“ wie am RSG.  Denn auch am MPG verstopften die „Elterntaxis“ die Straße vor der Schule.

Niclas Behr, Schülersprecher des Stadtgarten-Gymnasiums Saarlouis, plädierte dafür, die „Mentalität des Radfahrens“ zu fördern und Radwege in Saarlous auszubauen, die Stadt habe eine flache Umgebung und beste Voraussetzungen dafür.

Der Kreis Saarlouis ist als eines von zwei saarländischen Pilotprojekten zur Radschulwegplanung vorgesehen, berichtete Florian Gebel, Koordinator für Radverkehrspolitik beim saarländischen Verkehrsministerium, bei dem Treffen. „Das ist noch ganz am Anfang“, sagte Gebel.

Für weitere Ideen und weitere Schulen sei das Aktionsjahr noch offen, unterstrich Organisatorin Natalie Sadik.

tatenfuermorgen.de/fonds-nachhaltigkeitskultur/

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