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Leinenzwang: Ärger über nicht angeleinte Hunde wächst

Leinenzwang : Ärger über nicht angeleinte Hunde wächst

Immer mehr Passanten fühlen sich von „herrenlos“ herumtobenden Hunden bedroht oder ärgern sich über Hundekot in Anlagen und auf Feldern. Einen generellen Leinenzwang in der ganzen Stadt wird es aber nicht geben.

Mit der Anleinpflicht von Hunden befasste sich der Stadtrat von Saarlouis in seiner jüngsten Sitzung. Die Saarlouiser Jagdbezirke hatten in einer Resolution eine generelle Anleinpflicht im Stadtgebiet gefordert. Denn immer öfter würden Hunde Anlagen und in der Lisdorfer Au auch Felder verkoten, lauteten einige Begründungen (wir berichteten). Von unerfreulichen Begegnungen mit Haltern leinenlos umherlaufender Hunde am Saaraltarm berichtete Johannes Ruße in der Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung. Solche Hunde flößten ihm durchaus Angst ein. Ob die Stadt da nichts machen könne?

Kann sie zunächst mal nicht. Für den Saaraltarm und für den Stadtgarten gilt wie für Naherholungsgebiete, Grünanlagen, Spielplätze und viele andere öffentliche Flächen aber ohnehin längst ein Leinenzwang. Das regelt die Polizeiverordnung, wie der Leiter des Ordnungsamtes, Jürgen Theobald, darlegte. Eine andere Vorschrift legt Hunden Leinen in der Lisdorfer Au an, jedenfalls dort, wo angebaut wird, was Menschen essen. In Natur- und Landschaftsschutzgebieten muss der Hund laut Theobald vom 1. März bis 30. Juni an die Leine. Ein genereller Leinenzwang dagegen hätte juristisch keinen Bestand. Denn Gerichte lehnten solche pauschalen Verbote als unzulässige Überregulierung ab.

Zwar beeilten sich Ratsmitglieder und Oberbürgermeister Peter Demmer zu unterstreichen, dass „die meisten Hundehalter vernünftig“ seien. Doch: Wie die Jäger konstatierte auch Demmer, dass undiszipliniertes Verhalten von Hundehaltern zunehme. „Das gab es in diesem Umfang früher nicht.“ Zu denken gab Theobalds Schätzung, dass im Schnitt alle zwei Wochen eine Beschwerde wegen aggressiver Hunde im Ordnungsamt auflaufe.

Wie oft das Ordnungsamt Verwarnungen oder Bußgelder wegen gesetzwidrigem Verhalten von Hunden verhängt, konnte Theobald nicht sagen. Er solle Zahlen nachliefern, wollte der Rat.

Einstimmig nahm der Rat einen kombinierten Antrag von CDU und Grünen sowie SPD an. Danach soll die Verwaltung Vorschläge zur „Verbesserung der Situation“ machen. Auf die SPD geht der Teil zurück, der die Stadt auffordert, die Möglichkeit eines Hundeparks auszuloten. Das sind umzäunte große Grundstücke, auf denen Hunde ohne Leine toben können. „Hundeparks sind deutschlandweit eine beliebte und bewährte Möglichkeit, die Belange der Hundehalter und der Nichthundehalter zu respektieren“, begründete SPD-Ratsmitglied Lisa Geimer. Raphael Schäfer und Carsten Quirin sahen die Idee Hundepark bereits in einem früheren Ratsbeschluss enthalten, der den Saaraltarm entwickeln sollte. Sie konnten leicht zustimmen. Schäfer forderte zudem gelegentliche Schwerpunkt-Kontrollen. Wenn Maßnahmen Geld kosteten, sagte Wolfgang Krichel (FDP) – „dann ist ja welches da. Es gibt schließlich die Hundesteuer“.

Es soll jedenfalls nicht einfach so weitergehen, wie es Karola van der Graaf (Linke) schilderte: „Die sagen immer, der tut ja nichts. Und wer Hundekot in einer Tüte aufnimmt, wird oft belächelt.“ Oder wie Käthe Schmitt (Frauenbeirat) berichtete: „Ich habe mal am Saaraltarm gesagt, ich habe Angst vor Ihrem Hund. Als Antwort kam: Dann kommen Sie halt nicht hier her.“