Ältere Bürger sollen ihren Ort mitgestalten

Ältere Bürger sollen ihren Ort mitgestalten

Saarwellingen. Die Seniorenbefragung in der Gemeinde Saarwellingen ist abgeschlossen: Rund 1700 Fragebögen haben die Bürger der drei Saarwellinger Ortsteile ausgefüllt und an die Gemeinde zurückgeschickt. Die Fragebögen hat die Gemeinde nun an das Institut für Gesundheitsforschung und -technologie an der HTW Saarbrücken, das die Befragung wissenschaftlich begleitet, weitergeleitet

Saarwellingen. Die Seniorenbefragung in der Gemeinde Saarwellingen ist abgeschlossen: Rund 1700 Fragebögen haben die Bürger der drei Saarwellinger Ortsteile ausgefüllt und an die Gemeinde zurückgeschickt.Die Fragebögen hat die Gemeinde nun an das Institut für Gesundheitsforschung und -technologie an der HTW Saarbrücken, das die Befragung wissenschaftlich begleitet, weitergeleitet. Das Institut wird die zehnseitigen Bögen auswerten, Anfang Oktober sollen dann die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die Gemeinde zeigte sich mit dieser Zahl an Rückmeldungen sehr zufrieden: "Insgesamt haben wir 4980 Fragebögen versandt, so dass wir einen sehr guten Rücklauf von 35 Prozent haben", erklärt Roland Steffen, Leiter des Amtes für Jugend, Senioren und Soziales. "Der Aufwand hat sich gelohnt." Steffen hatte zunächst vorsichtig auf einen Rücklauf von etwa 30 Prozent gehofft.

Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung zu der Befragung seien sehr positiv gewesen, erzählt er. Auch bei anderen saarländischen Verwaltungen war das Interesse an der einmaligen Befragung groß, berichtet Steffen: "Von einigen anderen Gemeinden und von Seniorenbeauftragten sind wir angefragt worden, wir haben denen einen Fragebogen weitergegeben."

Die Saarwellinger haben weiterhin die Chance, ihren Wohnort mitzugestalten: Nach der Vorstellung der Ergebnisse der Befragung im Oktober sollen dann diese in Kleingruppen mit den Bürgern diskutiert werden. "Dialog Zukunft" nennt Steffen diese moderierten Workshops, an denen sich die Saarwellinger beteiligen dürfen. "Wir hoffen, dass die Diskussion weitergeht", betont Steffen.

Im März hatte die Gemeinde Saarwellingen die bislang im Saarland einzigartige Seniorenbefragung gestartet, um herauszufinden, wie die Wohnorte seniorengerechter gestaltet werden können. In Kooperation mit dem Institut für Gesundheitsforschung und -technologie wurde ein detaillierter Fragebogen erstellt, den die Gemeinde an rund 5000 Senioren und zukünftige Senioren, Bürger über 50 Jahre, verschickt hat. Der Fragebogen war anonym und sollte ausschließlich Aufschluss darüber geben, wie und wo Maßnahmen zur Unterstützung der Senioren in der Gemeinde gebraucht werden. Zehn Bereiche, zum Beispiel Mobilität, Wohnqualität, soziale Dienste, Nahversorgung oder auch Kulturangebote, sollten dabei bewertet werden. Nach der Auswertung müssen die Papiere aus Datenschutzgründen vernichtet werden. "Der Aufwand hat sich gelohnt."

Roland Steffen, Amtsleiter

Meinung

Nachahmung erwünscht!!

Von SZ-RedakteurinNicole Bastong

Die Meinung älterer Bürger war bei der Fragebogen-Aktion in Saarwellingen gewünscht. Foto: Vennenbernd/dpa.

Natürlich, es kann immer mehr sein. Aber mit diesem Rücklauf von 35 Prozent kann die Gemeinde vollkommen zufrieden sein. In Zahlen heißt das: Fast 1700 Saarwellinger Bürger haben sich ausführlich beschrieben, was ihnen an ihrem Wohnort fehlt, wie sie das vorhandene Angebot bewerten und wie sie in ein paar Jahren leben möchten. Aus 1700 Aussagen kann man schon manche Schlüsse ziehen. Die Beteiligung der Bürger geht weiter: Bei den Workshops im Herbst sind Saarwellinger, Schwarzenholzer und Reisbacher ausdrücklich aufgerufen, bei der künftigen Gestaltung mitzureden. Ein zukunftsweisendes Projekt: Nachahmung erwünscht!