Jubiläum : Vierte Generation arbeitet schon mit

Seit 70 Jahren vertreibt die Firma Toschi in Fraulautern Ersatzteile für Autos. Am Samstag wird Geburtstag gefeiert.

1948, als noch kaum jemand ein Auto hatte, eröffnete der Franzose Paul Toschi in der Saarlouiser Innenstadt einen Laden für Autoteile. Das Geschäft in der Zeughausstraße 8 war nur wenige Quadratmeter groß – aber seine Idee hatte Zukunft: 70 Jahre später gibt es die Toschi Autozubehör GmbH immer noch. Das inzwischen alteingesessene Familienunternehmen führt Harald Recktenwald seit dem Jahr 2000. Und die vierte Generation steht schon in den Startlöchern: Tochter Kim arbeitet seit 2009 im Sekretariat, Sohn Rouven ist Azubi als Groß- und Einzelhandelskaufmann.

Der Firmengründer Toschi hatte schon unmittelbar nach dem Krieg in Dillingen mit Autoteilen gehandelt, 1948 erhielt er die Genehmigung für ein eigenes Geschäft. „Da war ich 14 Jahre alt“, erinnert sich Wolfgang Recktenwald, der 1983 den Laden seines Stiefvaters übernommen hatte. Nach einem Umzug in die Augustinerstraße in Saarlouis siedelte der Firmensitz 1982 nach Fraulautern in die Kohlbrunnenstraße um, im gleichen Jahr eröffnete eine Filiale in der Überherrner Alleestraße – für Kunden aus dem nahen Frankreich, die die in Deutschland günstigeren Teile für deutsche Automarken suchen.

16 Mitarbeiter, darunter immer zwei Azubis, hat die Firma heute; die meisten sind schon seit Jahren dabei. Wie auch der Großteil der Stammkunden, berichtet Harald Recktenwald: „Viele kommen einfach mal morgens auf einen Kaffee und ein Croissant.“ Und natürlich, wenn sie etwas für ihr Auto brauchen. Toschi versorgt sowohl Privatkunden als auch Werkstätten. Verkauft werden vor allem Verschleißteile, aber auch Spezielles, etwa für Oldtimer. „Wir können innerhalb von Stunden Teile besorgen, es kommen bis zu 15 Lieferungen am Tag“, betont Kim Recktenwald.

Mit der Zeit hat sich in der Branche viel gewandelt: Gab es früher zum Beispiel eine eigene Lagerhalle für Auspuffe, ist heute keiner mehr vorrätig – bei den neuen Autos geht ein Auspuff kaum noch kaputt, erläutert Harald Recktenwald, und weil die Lieferzeiten so kurz sind, ist ein großer Lagerbestand einfach nicht mehr notwendig. „Früher war man schnell fertig: Haube auf, Haube zu!“, erzählt sein Vater, „wenn heute das Auto nicht anspringt, können das 200 verschiedene Fehler sein.“ Deshalb können Bastler, die gern selbst am Wagen herumschrauben, auch ein digitales Diagnosegerät ausleihen.

Der Markt ist nicht einfach, berichtet Harald Recktenwald, die Händler unterböten sich gegenseitig mit Rabatten. Der größte Konkurrent ist jedoch der Internethandel: „Wir wehren uns seit gut zehn Jahren dagegen, vor allem durch einen guten Service und fachliche Beratung“, erklärt der Firmenchef. „Wir können im Grunde alles besorgen und wir wissen genau, was wir verkaufen.“ Bei Online-Bestellung sei Qualitätsware nicht immer der Fall, ein Umtausch umständlich.

Mit neuen Ideen begegnete Harald Recktenwald dem wachsenden Wettbewerb. „Seit zehn Jahren haben wir den Werksverkauf für Meguin“, berichtet er. Alleinstellungsmerkmal ist auch die Lackmischanlage, mit der jede Farbmischung hergestellt und als Spraydose verkauft werden kann. Außerdem hat er Kooperationen mit Unternehmen wie ZF, Dachser oder Robert Müller Spedition initiiert, Vorteilskarten sollen die Kunden binden. „Wir müssen einen hohen Aufwand betreiben, aber wir haben es bis jetzt gut geschafft“, sagt der Chef stolz.

Mit einem Fest für Kunden und Mitarbeiter feiert die Firma Toschi am Samstag, 26. Mai, ab 10 Uhr ihr 70-jähriges Bestehen. Der komplette Erlös wird an die Initiative zur Unterstützung krebskranker Kinder im Saarland gespendet.