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59 Feuerwehren laden nach Wadgassen ein

Brandinspekteur Bernd Paul, Wehrführer Guido Hübschen (vorn), Michael Rech und Geschäftsführer Axel Hewer (alle von links) mit Auszeichnung, die in Wadgassen verliehen wird. Foto: Kreis/Lara Kühn
Brandinspekteur Bernd Paul, Wehrführer Guido Hübschen (vorn), Michael Rech und Geschäftsführer Axel Hewer (alle von links) mit Auszeichnung, die in Wadgassen verliehen wird. Foto: Kreis/Lara Kühn FOTO: Kreis/Lara Kühn
Saarlouis. Die Feuerwehren im Landkreis laden die Bevölkerung von Freitag, 26., bis Sonntag, 28. August, nach Wadgassen zum Kreisfeuerwehrtag ein. Vorbereitet haben sie Fahrzeuge, Umzug, Zapfenstreich und Musik. Zwischendurch wird auch über das neue Zivilschutzkonzept aus Berlin dískutiert. Johannes Werres

Heute wird das neue Zivilschutzgesetz vom Bundestag verabschiedet, gestern war es natürlich Top-Thema auch unter den Fachleuten des Katastrophenschutzes. Wir sitzen im Landratsamt, ganz oben unterm Dach. Der Raum dient als Leitstelle des Krisenstabes des Landkreises.


"Das hier oben", sagt Michael Rech, Amt für öffentliche Ordnung und Sicherheit beim Kreis, "ist jetzt der Bunker." Der alte Bunker im Keller, die frühere Leitstelle, steckt tief unten im Keller. Er ist heute fast ein Museum - "aber, ich will es mal so sagen, nahe an der Betriebsbereitschaft. Wir haben ihn immer gepflegt (siehe Seite C1). Was im neuen Konzept steht, wissen sie noch nicht, aber dass die Bevölkerung auch mal aufgerüttelt wird, finden sie richtig: Rech, Bernd Paul, Kreisbrandinspekteur, Axel Hewer, Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes. Sicher ist: Unter den vielen tausend Besuchern, die am Wochenende zum 83. Kreisfeuerwehrtag nach Wadgassen kommen, wird das ein Gesprächsthema sein.

Wer Freitag, Samstag oder Sonntag zum Kreisfeuerwehrtag kommt, findet auf jeden Fall einen Parkplatz, versichert der Wehrführer der Gemeinde Wadgassen, Guido Hübschen, der die Organisation verantwortet. Die Plätze etwa vor den großen Discountern sind ausgeschildert, es gibt Shuttle-Busse zu den Orten des Geschehens. Organisiert wird die Großveranstaltung von den (noch) sechs Löschbezirken der Wadgasser Wehr mit 176 Aktiven. Hübschen: "Da packt jeder mit an, und wir haben die Unterstützung des Rathauses."

Im Abteihof wird um 20 Uhr das Fest mit dem Wonderbrass Quintett eröffnet. Gegen 22.30 Uhr tritt die Wehr im Abteihof zum Zapfenstreich an. "Wir bekennen uns als Feuerwehr durchaus zu preußischen Tugenden, und wir verstecken nicht, dass die Organisation der Feuerwehr Strukturen hat wie das Militär", erklärt Brandinspekteur Bernd Paul. Trainiert worden sei der Zapfenstreich von einem Wehrkameraden aus Wallerfangen, der im Berliner Wachbataillon Dienst tut, das auch das Ehrenbataillon für Staatsbesuche stellt."

Der Samstagvormittag gehört bis etwa 14 Uhr Vorführungen von Fähigkeiten und neuestem Gerät auf dem Gelände des Outlet-Centers Myland. Dabei, sagt Hübschen, können sich Besucher in den richtigen Gebrauch von Feuerlöschern einweisen lassen oder die ganze Ausrüstung von Feuerwehrmann oder -frau anziehen. Auch Rauchmelder werden vorgeführt.



Ab 10 Uhr kann man eine Großübung der Wehr am Seniorenheim St. Hildegard in Hostenbach verfolgen. Der Abend gehört der Unterhaltung mit "Elliot" in der Glückauf-Halle in Hostenbach. Für die Wadgasser pendelt ein gesponserter Bus aus allen Ortsteilen hierher.

Eine katholische Messe in Differten (9 Uhr) eröffnet den Sonntag. Für 11 Uhr lädt die Wehr ein zum Frühschoppenkonzert in der Glückauf-Halle in Hostenbach. Daran schließt sich am selben Ort ein Mittagessen (u.a. Erbsensuppe) an.

Noch mal was fürs Auge dann ab 14 Uhr: Dann stellen sich auf dem Sportplatz Hostenbach die freiwilligen Feuerwehren aus 59 Löschbezirken im Kreis Saarlouis zu einem Festzug auf: Nicht alle rund 2200 aktiven Wehrleute, einige bleiben als Brandwache zu Hause. Der Festzug bewegt sich ab 14.30 Uhr durch die Schelmeneichstraße, die Wadgasser Straße und die Weberstraße zur Glückauf-Halle. Dort stellen sich die Wehrleute mit ihren Standarten vor dem Publikum auf.

In der Halle klingt dann ab 15.30 Uhr der Kreisfeuerwehrtag aus.

Zum Feuerwehrtag stellt sich die Wadgasser Wehr mit einem informativen Heft vor.

Die Fachleute des Katastrophenschutzes im Kreis Saarlouis schwanken in der Bewertung der öffentlichen Reaktion auf das neue Katastrophenschutzkonzept der Bundesrepublik. Mit der Zuspitzung auf die Empfehlung, sich einen Lebensmittelvorrat zuzulegen, werde unsinnige Hysterie ausgelöst - einerseits, sagen Kreisbrandinspekteur Bernd Paul und Verwaltungsmann Michael Rech. Andererseits sagen beide: Es ist gut, dass den Menschen klar wird, dass auch sie Teil der Katastrophenvorsorge sind. Aus Sicht dieser Experten ist es absolut wichtig, dass Haushalte einige Tage ohne Einkäufe auskommen. Und zwar, weil damit die Arbeit der Hilfsdienste in den ersten Tagen einer Krise erleichtert werde. Sie könnten sich dann auf den Aufbau einer längerfristigen Versorgung konzentrieren, wenn sie den Rücken möglichst frei haben. Rech, Paul und Geschäftsführer Axel Hewer sagen aber auch, dass sich gerade dieser Teil des neuen Krisenkonzeptes kaum von den bisherigen Empfehlungen unterscheide. Neu sei allerdings der Grad der alltäglichen Abhängigkeit von Strom und moderner Telekommunikation - und damit die Verwundbarkeit. Die bisher gültige Liste der Lebensmittel-Empfehlungen gibt es im Internet.

Bbk.bund.de