45 Punkte für Saarlouis

Saarlouis. Festungsmauern sind vom Unkraut befreit und saniert. Sichtachsen, Gehwege und Grünflächen sind angelegt, ein Urwald ist erhalten. Saarlouis hat sich verändert - und ist schöner geworden. Das verdankt die Stadt einem "Gesamtkonzept zur Sanierung des Stadtgartens" mit 45 Punkten, das seit einem Stadtratsbeschluss vom 11. Dezember 2001 greift

Saarlouis. Festungsmauern sind vom Unkraut befreit und saniert. Sichtachsen, Gehwege und Grünflächen sind angelegt, ein Urwald ist erhalten. Saarlouis hat sich verändert - und ist schöner geworden. Das verdankt die Stadt einem "Gesamtkonzept zur Sanierung des Stadtgartens" mit 45 Punkten, das seit einem Stadtratsbeschluss vom 11. Dezember 2001 greift. Angestoßen hat es Jürgen Baus, damals frisch gekürter Leiter des Amts für Stadtentwicklung, Denkmalpflege und Umwelt. Noch sind nicht alle Punkte abgearbeitet, weil vor allem politische Rahmenbedingungen für Pausen sorgen.31 von 45 Punkten sind aber in zehn Jahren schon umgesetzt worden. "Das sind 70 Prozent, ich bin sehr zufrieden", resümiert der 45-jährige Diplom-Ingenieur, der sein Amt vor elf Jahren antrat. "Damals war das Festungserbe in Vergessenheit geraten." Das gefiel dem gebürtigen Saarlouiser nicht, er regte Verbesserungen an. Nach politischer Zustimmung begann die Stadt, ihre Optik zu verändern. Das war nötig, denn: "Festungsreste und Anlagen waren seit den 50er Jahren derart verwildert, dass sie kurz vor dem Verfall standen." Über zehn Millionen Euro später setze die Stadt auch weiter auf die Wiederbelebung im Sinne einer "Naherholung der Bürger und Ehrung des historischen Erbes".

Drei Sanierungspunkte - bauliche, gärtnerische und ökologische Projekte - laufen derzeit noch, elf stehen noch aus, wie die Neugestaltung der Bastion VI oder des ehemaligen Schlachthofgeländes. Der Zeitpunkt der Realisierung hänge stets von Haushaltsmitteln, Ausschreibungsverfahren und der Zustimmung der Stadtoberen ab, sagt Baus. Die enge Verzahnung mit der Politik gehört für den Stadtplaner zum beruflichen Selbstverständnis. Erstens könne sein Amt von der Politik profitieren - so habe Oberbürgermeister Roland Henz 2006 etwa dafür gesorgt, dass Stadtentwicklung und Denkmalpflege in Saarlouis fortan Hand in Hand arbeiten, eine Aufwertung und Besonderheit im Saarland. Und es sei eine interessante Herausforderung, "die Entscheider von seinen Ideen auch zu überzeugen".

Besonders beim 45-Punkte-Plan - Baus und sein Team kümmern sich auch um andere Projekte, etwa in Stadtteilen - zeige sich aber, wie Stadtplanung sich "durch notwendige Pluralität" im politischen oder gesellschaftlichen Bereich auch verzögern kann oder entsteht.

Der 45-jährige Diplom-Ingenieur Jürgen Baus trat sein Amt vor elf Jahren an. Foto: Thomas Seeber

Beispiel Stadtgartenbad. "2001 stand ein Abriss noch nicht zur Debatte, wir planten nicht damit. Dann kam es dazu, es entstand also Planungs- und Handlungsbedarf." Gelenkt werde der bis heute laufende Planungsprozess von der Tatsache, "dass wir auf politische Rahmenbedingungen reagieren müssen", erklärt Baus. Neubau ja oder nein, und wenn, dann wie und wo? - der Punkt "Stadtgartenbad" bleibt offen. Bis Konsens besteht, und es "unsere Aufgabe wird, Vorstellungen zu verwirklichen". Im Sinne der Politik und der Bürger von Saarlouis.