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Kreisumweltpreis
Mit Unkraut und Insekten gegen Steingärten

Siegerehrung beim Kreis-Umweltpreis (v.l.): die Erstplatzierten Peter und Pia Weber sowie Elisabeth Ewen.
Siegerehrung beim Kreis-Umweltpreis (v.l.): die Erstplatzierten Peter und Pia Weber sowie Elisabeth Ewen. FOTO: Johannes A. Bodwing
Saarlouis. 31. Kreisumweltpreis zeichnet Projekte zur Artenvielfalt rund ums Haus aus. Die sieben Siegergärten liegen in Reisbach, Gerlfangen, Niedaltdorf, Elm, Hülzweiler, Schaffhausen und Wadgassen. Von Johannes Bodwing

„Unkraut gibt es nicht“, urteilten am Samstagabend Teilnehmer des Kreisumweltpreises 2018. Unter dem Motto „Naturschutz und Artenvielfalt rund ums Haus“ wurden im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes die besten Gärten prämiert. „Sie alle engagieren sich für Grün, statt Grau“, lobte Umweltminister Reinhold Jost in seiner Laudatio vor etwa 80 Anwesenden. Sieben Preisträger waren es beim diesjährigen Kreis-Umweltpreis. Insgesamt machten 28 Einzelpersonen, Paare und Familien mit. Neben den Siegern erhielten auch alle weiteren Teilnehmer eine Anerkennung.


Den musikalischen Programmteil bestritt der Chor des Max-Planck-Gymnasiums, „Max Voices“, unter Leitung von Holger Maas. „Nicht nur die Preisträger haben sehr beachtenswerte Leistungen vorzuweisen“, sagte Landrat Patrik Lauer. „Und damit sind sie Vorbild für andere.“ Denn er glaube, „dass Steingärten nicht die Zukunft unserer Dörfer sein dürfen“.

Um den verschiedenen Gartengrößen gerecht zu werden, hatte sich der Kreistag im August für zwei Kategorien entschieden, große sowie kleine Gärten. Außerdem erhöhte er das Preisgeld für den Umweltpreis von 2600 auf 3000 Euro. Die Entscheidung über die Preisträger erfolgte einstimmig. „Egal, ob große oder kleine Gärten“, sagte Minister Jost, überall könne Artenvielfalt entstehen, „wenn man sie nur lässt“. Gerade in Bezug auf Insekten werde dies immer wichtiger, denn der beängstigende Schwund bedrohe letztlich die Lebensgrundlage der Menschen.



Den ersten Platz bei kleinen Gärten machte Elisabeth Ewen aus Reisbach, bei großen Gärten waren es Pia und Peter Weber aus Gerlfangen. „Sechseinhalb Ar“, sagte Ewen zu ihrem Garten, 650 Quadratmeter. „Ich bin da seit 29 Jahren drin. Im ersten Jahr haben wir Krombeeren angebaut und viel Mist ausgebracht, das war alles Lehmboden.“ Ihr Familienhaus liegt mitten in einer Wohnsiedlung. Das Grundstück bietet trotzdem Hummeln, Bienen, Schmetterlingen, Kröten und Vögeln eine Nische. Auf kleiner Fläche baut sie Gemüse an, Kräuter und Obst. „Ich lebe komplett aus dem Garten und bin jeden Tag drin“, sagte sie. Unkräuter hätten dort eine ganz andere Bedeutung. Bei Weber in Gerlfangen sind es elf Ar, 1100 Quadratmeter. „Dazu kommt noch der kleine Garten mit vier Ar“, sagte Peter Weber. Daran arbeiten beide, seit sie 1988 das 1830 erbaute Bauernhaus gekauft hatten. An Hausfront und freistehenden Giebeln ranken Wilder Wein, Efeu und Kletterhortensie. Dazu kommen Sträucher, Obstbäume und eine Vielfalt an Blüten sowie Teiche und Tümpel. Ein Schlaraffenland für Insekten und Vögel. Der Baumbestand, wie die Nussbäume, sei älter als 100 Jahre. Alles passend zu ihrem Bauernhausmuseum. „Das ist eine Daueraufgabe“, sagte Peter Weber über den Arbeitsaufwand.

Die beiden ersten Plätze erhielten jeweils 700 Euro. Den zweiten Preis der kleinen Gärten bekamen Birgit und Peter Mellinger, Niedaltdorf (500 Euro), die beiden 3. Preise gingen an Ernst Kollmann, Schaffhausen, sowie Heidemarie Traut, Wadgassen (je 150 Euro). Den zweiten Platz bei den großen Gärten erhielten Karin und Martin Leinenbach aus Elm (500 Euro), 3. Preisträger sind Edgar Revelant, Schaffhausen, und Adolf Hoen, Hülzweiler (je 150 Euro).

Fotos der Siegergärten finden sich in den nächsten Tagen im Internet unter www.kreis-saarlouis.de.