| 20:29 Uhr

Vorweihnachtliches Konzert
200 junge Menschen begeistern mit Gesang

Lisdorf. Der Förderverein „Klingende Kirche“ lud zu einem vorweihnachtlichen Konzert in die Lisdorfer Kirche ein.

Bevor Günter Donie sich als Musiklehrer des Robert-Schuman-Gymnasiums (RSG) zum Schuljahresende in den Ruhestand verabschiedet, hatte er noch einmal alle seine Chöre und das Kreisjugendorchester, das er vor fast 40 Jahren gründete, herausgefordert, ihr Bestes zu geben. Sie enttäuschten ihren Maestro nicht. Das Publikum im ausverkauften Haus war begeistert.



Den festlichen Auftakt macht das Kreisjugendorchester mit einem Ausschnitt aus der Tondichtung „Finlandia“ von Sibelius. Der Anspruch ist hoch, die jungen Musiker zeigen sich in Bestform. Dabei ist die jüngste Cellistin gerade mal neun Jahre alt. Mit viel Empathie, musikantischem Überschwang und formaler Stringenz verstehen sie es, „Kampflied und Siegeshymne“, so nannte der Komponist das Werk, überzeugend vorzutragen. Ebenso souverän meistern sie drei Stücke aus der Ballettsuite „Mlada“ von Rimsky-Korsakov. Das Augenmerk gilt den Streichern, insbesondere den Celli, die ihren Bogen schon mal zur Seite legen, um Pizzicato zu spielen, ein anderes Mal dem Schlagzeuger, der präzise den Takt vorgibt. Eine kleine „Kapriole“ in den Reihen der durchweg verlässlichen Bläser wird da nur belächelt.

Wie in allen Konzerten gibt Günter Donie begabten Musikerinnen und Sängerinnen aus seinen Klangkörpern Gelegenheit, sich solistisch vor Publikum zu beweisen: darunter die bereits versierte und großartige Geigerin Lisa Saterdag, 1. Violine im Orchester, Anne Lamar und Theresa Hermes, Violine, Peter Hedrich, Posaune, und Christian-Roman Gerhorst, Klavier und Orgel. Während Lamar und Hermes, virtuos und achtsam aufeinander abgestimmt, das Allegro aus Bachs Concerto d-Moll intonieren, berührt Saterdag mit ihrem hoch emotionalen Vortrag der Titelmelodie aus „Schindlers Liste“. Nur von der Orgel begleitet, schallt von der Empore herab die Suite für Posaune (2. Satz) von Whigham – mit großem warmen Ton und biegsamer Phrasierungskunst von Hedrich gespielt. Meisterlich beherrscht Christian-Roman Gerhorst seinen Part an der Orgel.

Dass die Chöre von Donie stimmlich gut aufgestellt sind und alle Parameter der Musik wie Zäsuren, Dynamik-, Tempi-, Takt- und Tonartenwechsel richtig umzusetzen wissen, haben sie auf vielfältige Weise unter Beweis gestellt. Und da der Kammerchor über wunderbare Stimmen verfügt, speziell im Sopran, gefallen das „Dona nobis pacem“ und der „Abendsegen“ aus „Hänsel und Gretel“ ebenso wie, integriert in den Großen Chor, Jenkins „Adiemus“ und das Credo aus der Cäcilienmesse von Gounod. Ein tolles Programm, zu dem Tobias Rößler, Schüler von Donie, inzwischen Kollege am RSG, als Dirigent das „Only time“ von Enya beisteuert und damit seinen Einstand als Nachfolger von Donie gibt. Auch aus den Reihen der Chöre stellt Donie talentierte Musikerinnen vor: Stella Rauber bezaubert mit dem „Ave Maria“ von Bach-Gounod, das Duett Anna Bös und Johanna Gräve – alle singen Sopran – beeindruckt mit der Motette „Pie Jesu“ aus dem Requiem von Webber.

Nach dem Weihnachtsmedley „There‘s Christmas in the air“ mit schmissigem Bigband-Sound setzt das „Jauchzet dem Herren“ von Sadler den Schlusspunkt unter ein von den Besuchern bejubeltes Konzert. Nicht enden will der Applaus für Günter Donie, der gezeigt hat, dass sein Musikunterricht überaus reichlich Früchte getragen und viele Talente hervorgebracht hat.



(jst)