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100 Jahre Kinderbetreuung in Lisdorf

100 Jahre Kinderbetreuung in Lisdorf

Nonnen gründeten vor 100 Jahren die erste Kinderbewahrschule in Lisdorf. Zur wechselvollen Geschichte des Kindergartens Herz-Jesu gehören zwei Weltkriege, Umzüge, ein Brand und die Unterstützung der Lisdorfer.

Von der "Kinderbewahrschule" zur modernen Kita: Den Kindergarten Herz-Jesu in Lisdorf haben seit seiner Gründung 1915 viele Tausende kleine Saarlouiser besucht. Nun feiert die katholische Einrichtung in der Kleinstraße ihr 100-jähriges Bestehen und blickt auf ihre wechselvolle Historie zurück.

Im Januar 1914 genehmigte der damalige Minister für Geistliches und Schulangelegenheiten den Franziskanerschwestern, die in Ensdorf und Saarlouis saßen, in Lisdorf eine Kinderbewahrschule und eine Nähschule für die weibliche Jugend. In der Mädchenschule, neben dem Feuerwehrgerätehaus, wurde unter schwierigen Bedingungen eine kleine Gruppe betreut.

Unterbrechungen im Krieg

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, musste die Einrichtung geschlossen werden, weil die Räume von Soldaten und als Lazarett genutzt wurden. 1917 übernahmen die nun in Lisdorf ansässigen Herz-Jesu-Schwestern die Leitung. Diese mussten die Kinderbetreuung in den Kriegsjahren oft schließen, um die Bevölkerung gesundheitlich zu versorgen. Auch im Zweiten Weltkrieg, als die Bevölkerung evakuiert war, musste die Betreuung unterbrochen werden.

1920 führten Schwester Gerarda und Schwester Winfrieda den Kindergarten weiter. 1931 übernahm Schwester Gertrudis die Führung, sie blieb bis 1974 Leiterin. Ende 1932 bezogen die Schwestern ihr neues Heim neben der Kirche. Der Kindergarten zog in einen einstöckigen Anbau. 1957 wurde er mit tatkräftiger Hilfe der Lisdorfer erweitert. Als es für die Schwestern immer schwieriger wurde, den Kindergarten zu finanzieren, übernahm ihn 1970 die Pfarrgemeinde Crispinus und Crispinianus in ihre Trägerschaft.

1974 übernahm Monika Leitel die Leitung. Mittlerweile war die Zahl der Kinder deutlich gestiegen, die Räume wurden zu klein. So beschloss die Pfarrgemeinde 1974, neu zu bauen. Die Lisdorfer Bevölkerung engagierte sich dafür und veranstaltete 1975 unter dem Motto: "Vereint bauen wir im Ort den Kleinsten einen Hort" ein viertägiges Fest zugunsten des neuen Kindergartens. Während der dreieinhalbjährigen Bauzeit zogen die Kinder in drei Räume der Grundschule um.

Die Einweihung konnte am 24. April 1982 gefeiert werden. Doch ein Unglück sorgte bald für einen erneuten Umzug: Am 9. November 1989 brannte nachts das Kindergartengebäude. Die Kinder mussten während der Renovierung im Pfarrsaal, im Pfarrheim und in der Grundschule untergebracht werden. Erst im Februar 1990 konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Tagesplätze sind gefragt

 Das Foto zeigt die Rückfront der beiden Gebäude.Fotos: Kita Lisdorf
Das Foto zeigt die Rückfront der beiden Gebäude.Fotos: Kita Lisdorf

1992 war der Betreuungsbedarf so groß geworden, dass eine fünfte Gruppe in der Grundschule eröffnet wurde. Im August 2001 wurde Herz-Jesu dann zur Kindertagesstätte erweitert: Von 100 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren konnten nun 20 durchgehend von 7 bis 17 Uhr betreut werden. 2009 gab es schon 40 Tagesplätze, seit 2013 sind es sogar 50. Leiterin ist seit Oktober 2012 Tanja Biewer.

Am Sonntag, 21. Juni, wird das Jubiläum 100 Jahre Kindergarten in Lisdorf groß gefeiert. Kindergarten und Pfarrei laden ein. Um 10.15 Uhr beginnt der Gottesdienst. Ab 11 Uhr stellen sich die Vereine mit Mitmachaktionen vor.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen gibt es Kaffee und Kuchen sowie eine Tombola. Um 15 Uhr erfahren die Besucher, "wie alles begann": Die Kindergartenkinder tanzen die Geschichte ihrer Einrichtung.

kindergartenlisdorf.de