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Wie die SPD-Frauen die Heringe für den Aschermittwoch zubereiten

Heringsessen : 200 Kilo Heringe gab’s auf die Teller

Zum 39. Mal hatte am Aschermittwoch die SPD in Rehlingen-Siersburg zum traditionellen Essen geladen.

Bevor gestern Nachmittag die rund 500 Portionen Heringe mit Sahnesoße auf die bereitgestellten Teller verteilt wurden, gönnten sich die ehrenamtlichen Helfer des SPD Gemeindeverbandes Rehlingen-Siersburg noch eine kleine Pause.

Bei Kaffee und Kuchen wurde ein bisschen geplaudert, dann fiel aber rasch das Startkommando. „Wir wollen ja bis zum Beginn der Veranstaltung fertig sein“, erklärte Gerd Klein. Er ist der Hahn im Korb, seit dem ersten Heringsessen in Siersburg mit dabei und vor allem zuständig, wenn es darum geht, die schweren Eimer zu tragen. Aus diesen werden die Heringe nach und nach in Portionen eingeteilt, immer drei halbe Heringe pro Teller, erklärte Klein. Als Beilage gab es wie gewohnt Pellkartoffeln vom DRK und Brot.

Um einen Eindruck zu vermitteln, was 500 Portionen bedeuten, zückte Gerd Klein sein Smartphone. Die Bilder vom vergangenen Jahr zeigen eindrucksvoll: Teller in drei Etagen gestapelt soweit das Auge reicht. Die werden dann, sobald die letzte Rede beendet ist, in der Niedtalhalle aufgetragen. Doch bevor die Teller abholbereit für die Gäste der Traditionsveranstaltung, die an diesem Aschermittwoch zum 39. Mal stattfand, parat standen, mussten die Heringe, rund 200 Kilo, am Tag vorher erst einmal eingelegt werden.

Was in die Soße kommt, das ist in Siersburg bei den Helferinnen kein Geheimnis. „Das sieht man doch. Da sind Gurken, Zwiebeln, Äpfel und Sauerrahm drin. Und wenn die Soße zu dick ist, kommt noch ein wenig Milch dazu“, erklärte Christa Hirschauer. Sie ist eine der Helferinnen, die seit der Premiere vor 39 Jahren immer dabei war. „Und ich hoffe, ich kann das noch viele Jahre weitermachen“, sagte sie. Ebenfalls seit dem ersten Aschermittwochstreffen in Siersburg beim harten Kern der Helfer ist Hilde Klein. „Ich habe wegen Krankheit 1990 einmal gefehlt, war aber sonst auch immer mit dabei“, erzählte sie. Mittlerweile ist auch ihre Tochter, Petra Braun, zum harten Kern des Helferteams dazugestoßen. „Wir fangen mittags an und sind erst, wenn der letzte Teller gespült im Schrank steht, fertig. Da sind die Gäste meistens schon lange weg“, erklärte sie.

Wenn alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, sagte Gerd Klein, wird es ruhig in der Küche, auch das Helferteam lauscht den Reden. Während sich Petra Braun und die übrigen Damen auf die Heringe danach freuen, kann Ida Jost keinen Geschmack an dem Traditionsgericht finden. „Es macht mir nichts aus, hier zu helfen, ich kann die Heringe auch anfassen und riechen, als Hausfrau ist man vieles gewöhnt“, sagte sie.

Und auch zu Hause, verriet sie, kommen Heringe auf den Tisch, „mein Mann und auch Reinhold mögen Heringe sehr gerne. Aber ich mag einfach keine“.