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Umweltministerium und Gartenbauer starten Aktion „Gelbes Band“

Umweltministerium startet Aktion „Gelbes Band“ : Von Nachbars gelben Bäumen darf man jetzt die Äpfel pflücken

Das saarländische Umweltministerium und Obst- und Gartenbauvereine stellten am Freitag die Aktion „Gelbes Band“ am Rehlinger Marienberg vor.

Die süßen Kirschen in Nachbars Garten haben einst Schlagerstar Peter Alexander zum verbotenen Naschen verführt. Jetzt kann man aber einfacher und ganz legal an reifes und schmackhaftes Obst gelangen – dank einer Initiative des saarländischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, der Obstbauern und der Obst- und Gartenbauvereine.

Umweltminister Reinhold Jost hat am Freitag in Rehlingen das Ernteprojekt „Gelbes Band“ vorgestellt. Das Band zeigt an, dass von den damit gekennzeichneten Bäumen und Sträuchern ohne Rücksprache kostenlos und für den eigenen Bedarf Obst geerntet werden darf. „Gemeinsam leisten wir damit auch einen wichtigen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung“, betonte Jost bei der Vorstellung am Rehlinger Marienberg.

Gleichzeitig will der Minister die Bedeutung der heimischen Streuobstwiesen als Lebensraum, aber auch zur Produktion regionaler Lebensmittel näherbringen. Schließlich leben auf Streuobstwiesen bis zu 5000 verschiedene Tiere und Pflanzen. Und die noch existierenden rund 600 000 Streuobstbäume im Saarland, erklärte Jost – das sei nur noch die Hälfte von einst – produzierten bis zu 450 verschiedene Apfel- und Birnen-Sorten.

Nach seinen Worten werde im Saarland schon seit vielen Jahren in die Förderung und Pflege von Streuobstwiesen investiert. Aber da immer mehr Bestände nicht mehr genutzt würden und das Ernten auf fremden Wiesen ohne Zustimmung des Eigentümers verboten sei, verkommen jährlich Unmengen bester Früchte ungenutzt.

Mit der Aufforderung zum Selber-Ernten wolle man den Menschen, insbesondere Kindern und Jugendlichen, zudem ein besonderes Gefühl der Wertschätzung für die heimische Natur und regionale Lebensmittel vermitteln. Deshalb sollen bei dem Ernteprojekt „Gelbes Band“ auch Kindergärten und Schulen eingebunden werden.

Maßgeblich unterstützt wird die Aktion des Ministeriums vom Verband der Obst- und Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz, wie Geschäftsführer Roger Marti vor Ort betonte. Mit von der Partie ist auch die Gemeinde Rehlingen-Siersburg, die sich nach den Worten ihres Ersten Beigeordneten Joshua Pawlak seit Jahren in vielerlei Aktionen für den Natur- und Umweltschutz stark engagiere.

Eng verbunden mit dem Thema Streuobstwiesen ist aber auch die Mistel-Problematik. In den vergangenen Jahren hat sich dieser für die Bäume so schädliche Schmarotzer in vielen Bereichen des Saarlandes extrem stark ausbreiten können. „Damit neu gepflanzte Bäume und wertvolle Altbestände eine Überlebenschance haben und weiterhin unsere Kulturlandschaft im Saarland prägen, ist es wichtig, auf deren Pflege sowie die Bekämpfung der Mistel hinzuweisen“, führte Jost dazu aus.