Top- Start trotz mieser Vorbereitung

Trotz einer mehr als mäßigen Saison-Vorbereitung sind die Fußballer des FSV Hemmersdorf glänzend in die neue Runde der Saarlandliga gestartet. Mit sieben Zählern liegt der FSV auf Tabellenplatz drei. Am Sonntag kommt Dillingen zum Derby.

"Wir sind sehr zufrieden. Dieser Start war unter den gegebenen Voraussetzungen wirklich nicht zu erwarten", freut sich Oliver Hirschauer, der Spielertrainer des Fußball-Saarlandligisten FSV Hemmersdorf . Seine Elf ist nach drei Begegnungen noch ungeschlagen. Vor dem Derby an diesem Sonntag um 16 Uhr zu Hause gegen den VfB Dillingen steht der FSV mit 11:5 Toren und sieben Zählern auf Platz drei der Tabelle - direkt hinter dem SV Mettlach und dem VfL Primstal. Die haben beide neun Punkte. Die Hemmersdorfer liegen aber vor Oberliga-Absteiger FV Diefflen mit seinen sieben Punkten und 9:6 Toren. "Wenn wir jetzt noch gegen Dillingen gewinnen würden, wäre das perfekt", sagt Hirschauer, der sich jedoch in Sachen Saisonziel vom erfolgreichen Saisonstart nicht beirren lässt: "Mit diesem Sieg gegen den VfB hätten wir erst einmal nichts mit dem Abstiegskampf zu tun."

Mit den "gegebenen Voraussetzungen" meint der FSV-Trainer übrigens die Tatsache, dass die Vorbereitung bei seinem Team geradezu katastrophal verlief. Eine ganze Reihe von Stammkräften konnte aus beruflichen beziehungsweise studienbedingten Gründen, wegen Verletzungen oder wegen Urlaubsfahrten kaum trainieren.

Doch dieser Nachteil machte sich in den ersten Begegnungen überraschenderweise kaum bemerkbar. "Unser großes Plus war wohl, dass wir ein eingespieltes Team ins Rennen schicken konnten. Im Sommer gab es bei uns kaum personelle Veränderungen." Hirschauer schickte fast ausnahmslos Akteure ins Rennen , die schon in der vergangenen Saison das Trikot des Clubs trugen. Der aus der eigenen Jugend gekommene Jannik Müller spielte als einziger der Neuzugänge beim 1:1 gegen Hasborn und beim 3:0 in Friedrichsthal von Beginn an.

Doch trotz des guten Starts plagen Hirschauer schon enorme Sorgen . "Bereits jetzt ist unser Kader von 19 auf 13 Spieler geschrumpft", stöhnt der 38-Jährige. Unter anderem fehlen mit Andreas Enzweiler, Clemens Mohr und Julian Kelkel drei Spieler aus der Vorsaison. Innenverteidiger Enzweiler plagt sich mit einer Adduktoren-Verletzung herum, deren Ursache nicht genau diagnostiziert werden kann. Er wird wohl bis zum Winter ausfallen. Gleiches gilt für Stürmer Kelkel, der studienbedingt bis Ende des Jahres in Salzburg ist. "Sechser" Clemens Mohr schreibt gerade seine Bachelor-Arbeit und wird deshalb noch bis Mitte September pausieren. Verletzt haben sich zudem auch schon zwei Neuzugänge: Jannik Müller zog sich beim 3:0-Sieg in Friedrichsthal einen Kiefer- und Jochbeinbruch zu. Der vom FSV Saarwellingen gekommene Tobias Schweizer erlitt beim 7:4-Erfolg in Riegelsberg am Sonntag in der Nachspielzeit einen Kreuzbandriss. Zudem fehlt noch Christoph Willems, der acht Wochen berufsbedingt in Ravensburg ist. Er könnte aber zumindest eingesetzt werden - falls Not am Mann ist.

Personelle Sorgen hat aber auch Dillingen. Torjäger Florian Irsch wird mit einem Muskelfaserriss weitere zwei Wochen fehlen. Auch Mounir Berkani mit einer Innenband-Zerrung und Christian Hub mit Wadenproblemen fallen aus. Der VfB liegt vor dem Derby mit vier Zählern auf Rang neun der Tabelle. "Mit der Punktausbeute bin ich nicht unzufrieden", sagt VfB-Trainer Oliver Dillinger. "Aber was das Spielerische angeht, sehe ich noch Verbesserungspotential. Das gestehe ich dem Team aber auch zu, weil wir viele junge Leute neu eingebaut haben", sagt der Trainer. Seine Taktik für das Derby: "Der FSV hat eine starke Offensive, da müssen wir vor allem kämpferisch dagegenhalten."

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