Stolpersteine erinnern an Opfer der Nationalsozialisten

Stolpersteine erinnern an Opfer der Nationalsozialisten

Rehlingen-Siersburg. Die Gemeinde Rehlingen-Siersburg beteiligt sich an der Aktion Stolpersteine zum Gedenken an die Opfer der Nazi-Diktatur unter den Bürgern der Gemeinde. Der Gemeinderat hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, das Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig zu unterstützen

Rehlingen-Siersburg. Die Gemeinde Rehlingen-Siersburg beteiligt sich an der Aktion Stolpersteine zum Gedenken an die Opfer der Nazi-Diktatur unter den Bürgern der Gemeinde. Der Gemeinderat hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, das Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig zu unterstützen. "Demnig hat mit seiner Aktion eine international anerkannte Form des Gedenkens initiiert", hieß es in dem Beschluss.Bereits in mehr als 480 Orten in Deutschland, Österreich, Ungarn und den Niederlanden hat er seit 2003 mit Messing beschlagene Pflastersteine in den Gehweg vor den Häusern eingelassen, in denen die Menschen zuletzt wohnten, bevor sie verschleppt wurden. Die zirka zehn mal zehn Zentimeter großen Metalltafeln tragen die Namen und Lebensdaten der Opfer sowie die Umstände ihres Todes, soweit diese bekannt sind. Für zehn frühere Einwohner aus Rehlingen-Siersburg hat bisher das Aktionsbündnis für Toleranz und Menschlichkeit diese Informationen zusammengetragen, wie deren Sprecher Hanno Krisam in der Gemeinderatssitzung erläuterte. In einer ersten Runde sollen diese zehn Stolpersteine - die ebenerdig eingesetzt werden und an denen nur die Gedanken hängen bleiben sollen - im März platziert und an einem Informationsabend erklärt werden. Eingelassen werden die Steine im Bereich der Bürgersteige, soweit die Hauseigentümer zustimmen. "Bisher haben wir nur positive Resonanz erhalten", berichtete Krisam. "Der Gemeinde und den Anwohnern entstehen keine Kosten." Eine Präsentation zu den Opfern, zu denen auch zwei Bürger gehören, die in Heilanstalten eingewiesen und dort ermordet wurden, erstellt die Lothar-Kahn-Schule in Rehlingen. Das Adolf-Bender-Zentrum mit Sitz in St. Wendel begleitet die Aktion Stolpersteine ein Jahr lang. Wenn das Schicksal weiterer NS-Opfer dokumentiert werden kann, sollen für sie weitere Steine gesetzt werden. "Bisher haben wir nur positive Resonanz."Organisator Hanno KrisamMeinung

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