Stolpersteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus

Stolpersteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus

Rehlingen-Siersburg. Die Zahl 23 000 ist für den Kölner Künstler Gunter Demnig Ende des Monats das Zwischenergebnis einer Aktion, die er seit 1996 mit großem Engagement verfolgt. 23 000 "Stolpersteine" wird er bis dahin nämlich verlegt haben. In Rehlingen-Siersburg war er gestern in Aktion zu sehen

Rehlingen-Siersburg. Die Zahl 23 000 ist für den Kölner Künstler Gunter Demnig Ende des Monats das Zwischenergebnis einer Aktion, die er seit 1996 mit großem Engagement verfolgt. 23 000 "Stolpersteine" wird er bis dahin nämlich verlegt haben. In Rehlingen-Siersburg war er gestern in Aktion zu sehen. Bei nahezu 23 000 Steinen, die der Aktionskünstler bisher gesetzt hat, war es verzeihlich, dass er den ersten Stein, den er in Rehlingen setzen wollte, nicht dabei hatte. "So etwas ist mir noch nie passiert", sagte Demnig, als gestern Morgen in der Rehlinger Neustraße großer Bahnhof herrschte. Die Mitglieder des für diese Aktion gegründeten Arbeitskreises waren da, allen voran Bürgermeister Martin Silvanus sowie Schüler der Erweiterten Realschule und neugierige Bürger. Vor dem Haus mit der Nummer 22 sollte der zehn mal zehn Zenitmeter große "Stolperstein" mit der Inschrift "Hier wohnte Johann Peter Wilbois" gesetzt werden. Der Stein wird nachgeliefert, versprach Demnig. Auf ihn warteten neun weitere Steine, die verlegt werden wollten. "Angenehm überrascht" sei Silvanus gewesen, dass die Aktion in der Gemeinde kaum auf Kritik stieß. "Stolperstein ist ein wichtiger Baustein in unserem Vorgang, die Vergangenheit aufzuarbeiten", sagte das Gemeindeoberhaupt. "Eine sehr gelungene Geschichte, die jetzt nicht aufhören darf", sagte Reinhold Jost, der als Ortsvorsteher in Siersburg mit für die Aktion warb. Und noch eine Gruppe schaute Demnig gespannt über die Schulter. Es waren Schüler der ERS Rehlingen, die sich am Multimediaprojekt "Schule ohne Rassismus" beteiligen. Sie filmten den Künstler bei seiner Arbeit und interviewten ihn für ihr Schulprojekt. hth

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