Starterlaubnis für Eigenbauflieger

St. Wendel/Gerlfangen. Ziemlich "sauer" auf die französische Flugzeug-Zulassungsbehörde (GSAC) waren der Piesbacher Hartwig Baron, Georg Pusse aus Gerlfangen und der St. Wendeler Manfred Albrecht bereits. In aufwendiger Heimarbeit hatten sich die drei Hobbypiloten ein Kleinflugzeug selbst gebaut (wir berichteten)

St. Wendel/Gerlfangen. Ziemlich "sauer" auf die französische Flugzeug-Zulassungsbehörde (GSAC) waren der Piesbacher Hartwig Baron, Georg Pusse aus Gerlfangen und der St. Wendeler Manfred Albrecht bereits. In aufwendiger Heimarbeit hatten sich die drei Hobbypiloten ein Kleinflugzeug selbst gebaut (wir berichteten). Im Juli brachten sie den fertigen Bausatzflieger vom Typ "DynAero MCR4S" nach Dijon zur Überprüfung durch die Herstellerfirma. Nach einer ersten Überprüfung und den geforderten Nachbesserungen war die Maschine nur ein geflügeltes Auto: Abheben durfte sie nicht, stand wochenlang herum. "Wir warten auf die Freigabe durch die französische Zulassungsbehörde GSAC", erläuterte Baron noch Anfang der Woche sichtlich unzufrieden. Vor sieben Wochen sei ihm von der Herstellerfirma signalisiert worden, dass er in Kürze die schriftliche Genehmigung von GSAC erhalte, um die obligatorischen 50 Starts und Landungen sowie 15 Flugstunden in Frankreich absolvieren zu dürfen, die für den Fortgang des Zulassungsverfahrens erforderlich sind. Behörde macht UrlaubDa kein Schreiben der Behörde einging und sie telefonisch nicht erreichbar war, ging Baron davon aus, dass die zuständigen Mitarbeiter sich im Urlaub befanden. Siehe da: Jetzt ist die Starterlaubnis eingegangen. Je 15 Stunden pro Person müssen Baron, Pusse und Albrecht über Dijon absolvieren - erst mit einem Piloten der Herstellerfirma als Begleiter in der zweisitzigen Maschine, dann ohne. Nur die drei dürfen später ihren Eigenbau fliegen. Über 2000 Arbeitsstunden haben die drei saarländischen Freizeitpiloten seit Dezember 2008 in den Bau ihres Fluggerätes investiert. Rumpf, Cockpit und Motor wurden in der Garage von Baron fertiggestellt. Pusse kümmerte sich um die Elektronik des Fliegers. Die Lackierarbeiten organisierte Manfred Albrecht, der in St. Wendel ein Autohaus betreibt. Im Mai war das halbfertige Flugzeug zwischen Autos im Ausstellungsraum in Albrechts Betrieb in St. Wendel ausgestellt. Nach dem Zusammenbau brachte das Trio den Flieger per Anhänger nach Frankreich. "Jetzt können wird im Sommer zumindest noch die Testflüge absolvieren", sagt der nun frohgestimmte Baron.