Sozialer Wohnraum wird gebraucht

Zwar gibt es noch in Rehlingen-Siersburg genug Wohnraum, doch Bürgermeister Martin Silvanus befürchtet, dass es 2016 eng wird. Zwei Wohnanlagen will die Gemeinde bauen – auch um die Belegung von Hallen zu vermeiden.

Den kommunalen Wohnungsbau will die Gemeinde Rehlingen-Siersburg ankurbeln. Dabei gehe es keineswegs allein um die notwendige Unterbringung von Kriegsflüchtlingen, betont Bürgermeister Martin Silvanus .

Gleich zwei Ausschüsse des Gemeinderates befassen sich in diesen Tagen mit der Thematik.

Grundlage ist der mit der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Saar vorbereitete "Geschäftsbesorgungs- und Baubetreuungsvertrag" (die SZ berichtete), der den Bau öffentlich geförderten (sozialen) Wohnraumes in Siersburg ermöglichen soll.

War bisher nur von einem Projekt die Rede - zwei doppelgeschossige Gebäude mit insgesamt acht Wohneinheiten in Siersburg -, fasst die Gemeinde nun ein zweites Vorhaben im Baugebiet Eichertswald III ins Auge: Hier könnten vier zweigeschossige Häuser mit insgesamt acht Wohnungen entstehen. Um diese möglichst zügig zu realisieren, kündigt Silvanus an, setze man auf "Mobilen Festbau". Die Ausschreibung sehe vor, dass die bau- und energierechtlichen Vorschriften ohne Abstriche erfüllt sein müssten; die Qualität der System-Elemente entspreche im Hinblick auf Raumklima und Wohnkomfort der des klassischen Fertigbaues.

Auch zeitlich befristet genutzter Wohnraum in System-Bauweise werde unter dem wachsenden Druck des Zuzugs von Asylbewerbern demnächst in der Gemeinde gebraucht, meint der Bürgermeister: "Es ist nach wie vor ein gutes und auf Wochen noch ausreichendes Angebot an Mietwohnungen von privater Seite gegeben, und dafür sind wir dankbar", sagt er.

Jedoch sehe er spätestens im Frühjahr 2016 die Notwendigkeit, auch zum Beispiel Wohn-Container für Flüchtlingen nutzen zu müssen. "Auf diesem Weg sollte vermieden werden können, öffentliche Einrichtungen wie Hallen und Dorfgemeinschaftshäuser in Anspruch zu nehmen." Zwangseinweisungen und Beschlagnahmen von privatem Wohnraum schließt Silvanus jedoch aus. Ziel bleibe, die Unterbringung der Kriegsflüchtlinge so zu organisieren, dass ein gutes Miteinander mit der einheimischen Bevölkerung nicht erschwert werde.