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Siersburg wächst: Immer mehr Kita-Kinder

Platzmangel in der Kita : Der Kindersegen schafft Platz-Probleme

Mehr Geburten und deutlicher Zuzug von Familien sorgen in Siersburg für einen hohen Bedarf an Kita-Plätzen.

In einer ungewöhnlich ausführlichen Sitzung hat sich der Gemeinderat Rehlingen-Siersburg am Donnerstagabend unter anderem mit der Situation der Kindergarten- und Schulkinder in Siersburg beschäftigt. Die Ausführlichkeit der Erläuterungen war dabei sicherlich auch der Anwesenheit von rund 45 Bürgern sowie Schul- und Kita-Personal geschuldet.

Das Problem: Trotz stetigen Ausbaus der Kitas in Siersburg gibt es schon wieder zu wenig Plätze. Die sieben Kitas in der Gemeinde sind fast alle voll belegt. Die Kita St. Willibrord Siersburg wird derzeit erweitert, dort stehen 25 neue Plätze ab dem Frühjahr 2019 bereit. Die Kita St. Martin soll nun erweitert werden, bis zur Fertigstellung muss eine Übergangslösung her. Weil schon in den vergangenen Jahren immer wieder eine Gruppe Vorschulkinder von der Kita in Räume der Grundschule ausgelagert wurde, sollen dort nun vorerst ein bis zwei Gruppen der Kita fest einziehen. Jedoch nicht für den ganzen Bau-Zeitraum, wie Eltern befürchteten und Beigeordneter Norbert Bettinger, der die Sitzung leitete, mehrfach betonte. Bettinger gewährte den Eltern, die etwa Einschränkungen der Schulkinder befürchten, ein Rederecht sogar während der Sitzung.

Die Beschlüsse fielen schließlich einstimmig: St. Martin wird um zwei Gruppen erweitert, der Erweiterungsbau wird mit dem Eigner, der Kirchengemeinde, abgestimmt. Und ein bis zwei Gruppen aus der Kita werden in den hinteren Trakt der Grundschule umziehen; nach dem Umbau, ab August für maximal zwei Jahre. Zugleich will die Gemeinde, wie schon in Rehlingen geschehen, ein privates Wohnhaus für die weitere Nutzung ankaufen oder aber, wie Eltern anregten, eine Containerlösung für den Übergang prüfen. Die Ideen sollen in einer Steuerungsgruppe kommende Woche erörtert werden, am 19. Juni werden die Eltern in einer Veranstaltung über die Details unterrichtet.

Der Auslöser der Raumnot ist indes ein für die Gemeinde überaus erfreulicher: Der Ort Siersburg verzeichnet einen überdurchschnittlichen Zuzug von Familien mit kleinen Kindern. Wie Fachbereichsleiterin Margit Heinrich berichtete, seien in den vergangenen Jahren 96 Kinder unter sechs Jahren zugezogen. Für diese braucht man nun zunächst Plätze in der Betreuung, dann in der Grundschule. Netto fehlten derzeit rund 50 Kita-Plätze, also zwei Gruppen. Die immense Steigerung im Bedarf sei so nicht abzusehen gewesen, betonte Heinrich: Die Gemeinde sei 2017 die geburtenstärkste im Land gewesen, zudem habe es nach Siersburg Zuzug innerhalb der Gemeinde, aus anderen Kommunen sowie von Flüchtlingen gegeben. „Das war ganz massiv“, sagte Heinrich, „dass die Situation sich so zuspitzt, war aus den Zahlen des Einwohnermeldeamtes nicht ersichtlich.“ Dass der Zuwachs nicht einfach zu erklären und nicht abzusehen gewesen sei, betonte auch die SPD-Fraktion; die CDU im Rat hatte zuvor eine schlechte Planung der Verwaltung bemängelt.