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Seniorenbeirat Rehlingen-Siersburg zieht Bilanz und ändert manches

Ehrenamt : Brauchen die Berater Beratung?

Der Seniorenbeirat Rehlingen-Siersburg präsentiert seine Arbeit im Gemeinderat – und zieht Zwischenbilanz.

Es war ein etwas holpriger Start für den ersten Seniorenbeirat in der Gemeinde Rehlingen-Siersburg, gab der Vorsitzende dieses ehrenamtlichen Gremiums, Peter Bonaventura aus Rehlingen, zu verstehen. In der Sitzung des Gemeinderates berichtete er, satzungsgemäß ein Mal im Jahr, aus der bisherigen Tätigkeit. Die bestand hauptsächlich darin, sich bei Nachbargemeinden, dem Landesseniorenbeirat und den Institutionen in der Gemeinde vorzustellen. Themen, mit denen sich der Beirat bisher befasste, waren unter anderem der geplante Bürgerbus, das Lotsenprojekt MobiSaar, die Tafelaktion der Gemeinde „Buffet des Herzens“ und eine symbolische Pflanzaktion in der Demenz-Woche.

Organisatorisch hatte der neu eingerichtete Beirat allerdings ein Problem: Denn seine Amtszeit ist eigentlich an die des Gemeinderates gekoppelt – so hätte er nach nur sieben Monaten 2019 wieder neu gewählt werden müssen. Vorerst wurde deshalb die Amtszeit verlängert, im April soll nun die Neuwahl erfolgen. Zuvor sollte jedoch die Satzung geändert werden.

Im Juni 2018 hatte der Gemeinderat einstimmig beschlossen, einen Seniorenbeirat in der Gemeinde zu gründen. Im Januar 2019 hatte der amtierende siebenköpfige Beirat dann seine konstituierende Sitzung: Nur zwei Zuhörer kamen damals aus der ganzen Gemeinde, berichtete Bonaventura. Der Beirat sei immer noch wenig bekannt, das versuche man zu ändern. Für den Beirat, in der Ratssitzung vertreten von ihm, Anna Amann und Albert Metzinger als dem Behindertenbeauftragten, schlug er deshalb „eine gravierende Satzungsänderung“ vor: dahingehend nämlich, dass auch Vertreter der Vereine und Verbände aus der Gemeinde als Mitglieder das Gremium erweitern sollen.

„Die Gemeinde hat für Senioren eine sehr gute Struktur“, hob Bonaventura hervor, „es gibt eine Vielzahl von Vereinen, die Senioren einbinden oder sogar von ihnen geführt werden. Diese Leute wissen, wo es brennt, was Senioren brauchen und was sie sich wünschen. Sie sollen ihr wertvolles Wissen in den Beirat tragen“, erklärte er.

Dieser Satzungsänderung stimmte der Gemeinderat schließlich einstimmig zu. Allerdings nicht, ohne zuvor zu diskutieren, ob nicht auch Mitglieder des Gemeinderates dem Beirat angehören sollten, wenn auch ohne Stimmrecht, wie es Josef Louis (Grüne) gern gesehen hätte: „Wir unterstützen finanziell, dann sollte auch eine beratende Funktion dort möglich sein“, befand er. Sein Ansinnen fand Bernd Berrentz (SPD) wiederum „sehr seltsam“: „Der Beirat war von uns gewünscht. Und nun wollen wir in dieses Gremium, um sie zu beraten, wie man uns berät? Das halte ich für unsinnig.“ Gemeinderäte könnten dort durchaus als „Schnittstelle“ fungieren, meinte auch Alexander Raphael (Grüne).

„Wir können nicht selbst Dinge entscheiden“, meinte dazu Amann vom Seniorenbeirat abschließend, „aber wir haben die Erfahrung, wir wollen die Sicht der Älteren, nicht die der anderen. Wir brauchen Sie nur für ein Ja.“ Man einigte sich darauf, dass Gemeinderäte durchaus den öffentlichen Sitzungen des Beirates beiwohnen können – allerdings ohne festen Sitz im Gremium.