"Schön, dass das Volk gefragt wird"

Kreis Saarlouis. In ihrem Vier-Augen-Gespräch kamen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und Heiko Maas zu der Entscheidung: Das Saarland soll seine Regierung noch einmal neu wählen. In der Landesvorstandssitzung der SPD direkt nach dem Gespräch ist Maas von seinen strahlenden Parteikollegen bereits als Sieger gefeiert worden

Kreis Saarlouis. In ihrem Vier-Augen-Gespräch kamen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und Heiko Maas zu der Entscheidung: Das Saarland soll seine Regierung noch einmal neu wählen. In der Landesvorstandssitzung der SPD direkt nach dem Gespräch ist Maas von seinen strahlenden Parteikollegen bereits als Sieger gefeiert worden. Ist die SPD etwas voreilig? Die Menschen im Kreis Saarlouis sagen: jein."Der Maas soll sich jetzt mal nicht zu früh freuen", sagt Torben Jungmann aus Fremersdorf. "Die Kramp-Karrenbauer hat viel Power. Die kommt nochmal!"

"Jetzt kommt sicher trotzdem eine große Koalition", sagt Reiner Ecker aus Saarlouis. "Und zwar weiterhin mit Frau Kramp-Karrenbauer als Ministerpräsidentin."

Seine Frau Ruth Ecker stimmt zu: "Ich finde, sie hat großen Mut bewiesen, denn diese Entscheidung für neue Wahlen gefährdet ihren eigenen Posten. Offenbar geht es ihr doch nur um das Wohl des Landes. Wer das erkennt, wird sie auch wählen. Schön, dass jetzt wieder das Volk gefragt wird." Natürlich werden sie Ende März auch zur Wahl gehen, sagen sie.

Thorolf und Sonja Keffer aus Saarlouis sind sich da noch nicht so sicher. "Zwar finde ich die Entscheidung für Neuwahlen sehr sinnvoll", sagt Thorolf Keffer. "Aber ich weiß wirklich nicht, wen ich jetzt wählen soll." Und Sonja Keffer findet: "Weder Kramp-Karrenbauer noch Maas sollte Ministerpräsident werden. Am liebsten würde ich gar keinen wählen."

Auch Hildegard Fisch aus Rehlingen kann sich für kein Landesoberhaupt entscheiden. "Aber ich denke, die SPD wird jetzt viele Stimmen gewinnen."

Andreas Julien aus Saarlouis freut sich über die Neuwahlen und glaubt: "Jetzt kommt die SPD - und Maas wird Ministerpräsident."

"Wie wäre es denn mit Rot-rot?", schlägt Heidi Schnabel aus Bous vor. "Jetzt, wo es Neuwahlen gibt, leckt der Lafontaine sich doch sicher auch schon die Lippen!"

Johanna Jonzcyk aus Nalbach zuckt nur mit den Schultern. "Was soll diese neue Wahl jetzt?", fragt sie, "Es wird zu einer großen Koalition kommen. Zu der hätten sich die beiden auch im Gespräch schon einigen können."