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Tag der offenen Brennerei: Sanfte Tropfen aus feinen Früchten

Tag der offenen Brennerei : Sanfte Tropfen aus feinen Früchten

Brenner stellten beim Tag der offenen Brennerei auch ihre Destillate vor.

(az) Wo sanfte Obstbrände entstehen und schmackhafte Liköre, zeigten am Sonntag sechs Betriebe beim „Tag der offenen Brennerei“ in der Gemeinde Rehlingen-Siersburg. Darunter auch die Brennerei Monter in Hemmersdorf. Seit 1849 gibt es diesen Familienbetrieb in der Lothringer Straße 112. Anfang der sechziger Jahre übernahm ihn Monter-Neffe Herbert Maffert. 1990 machte Sohn Wolfgang in Berlin eine Ausbildung zum Destillateur, vor 25 Jahren übernahm er die Brennerei. „Ich bin einer von Zweien im Saarland, die das hauptberuflich machen.“

1500 Streuobstbäume liefern die Grundlage für Brände unter anderen aus Raritäten wie Zibarte, Wildbirne und Prinzenapfel. „Etwa zehn Tonnen Früchte werden im Schnitt pro Jahr auf der Anlage verarbeitet.“ In schlechten Obstjahren, wie 2011, bleibt die Brennblase kalt, in richtig guten können es auch 20 bis 30 Tonnen werden. Maffert ist „größter Verarbeiter von Mispelfrüchten in Deutschland“, sagte er. Dieses Obst kam vor rund 2000 Jahren mit den Römern in die Region. Abnehmer der hochwertigen und vielfach mit Gold ausgezeichneten Produkte sind Privatleute, Gastronomie und Großhandel.

Kommt Maffert einmal ins Erklären, vergeht die Zeit wie im Flug. Dann erfährt man, warum ein Eichenfass den Geschmack verbessern kann, und dass Schnaps früher eher etwas für die Arbeiterklasse war. Heute seien es „Genusstrinker aus allen Schichten“.

Obstbrennen war früher einmal eine Art Resteverwertung, erzählt Maffert. Was nach Marmeladen und anderen Konservierungsmethoden noch übrig war, wurde zum hochprozentigen kratzigen Trester verflüssigt. Heute gehe es gezielt um sanfte Brände mit Geschmack. Dazu trage auch die birnenförmige Brennanlage vom Typ Alambic aus dem Jahre 1925 bei.