Pfingssportfest: Rund 4000 Zuschauer feiern Athleten beim Pfingstsportfest

Pfingssportfest : Rund 4000 Zuschauer feiern Athleten beim Pfingstsportfest

Von David Benedyczuk

Pfingstsonntag, 18.25 Uhr: Im Rehlinger Bungert-Stadion geht es jetzt Schlag auf Schlag. Gerade hat Stabhochsprung-Ass Raphael Holzdeppe seinen durchtrainierten Körper über die in 5,62 Metern Höhe platzierte Latte gewuchtet. Wenige Meter daneben schwingen sich auch die Starter im Hochsprung-Wettbewerb der Männer beim 54. Rehlinger Pfingstsportfest in die Höhe. Und auf der gegenüberliegenden Seite des gut besuchten Stadions lassen die Speerwerfer ihr Sportgerät durch die Lüfte gleiten. Weltmeister Johannes Vetter muss kurz warten, weil soeben die 1500-Meter-Läufer in der Speerwurf-Kurve vorbeilaufen. Sie werden begleitet vom rhythmischen Klatschen der etwa 4000 Zuschauer, die den Topleistungen der internationalen Leichtathletik-Elite hautnah und nicht minder einsatzfreudig wie die Sportler beiwohnen.

„Es ist für uns schon irgendwo ein Pflichttermin“, sagt Frank Kraemer, der das Geschehen mit Familie und Bekannten gebannt verfolgt: „Wir sind schon den ganzen Tag und insgesamt zum fünften Mal hier. Einfach, weil es schön ist, die Weltklasse vor der Haustüre zu haben. Wer da nicht kommt, ist selber schuld“, findet der Beckinger. Auch Sohnemann Aaron, der beim veranstaltenden LC Rehlingen das Kinder-Leichtathletik-Angebot wahrnimmt, unterstreicht, wie sehr ihm der Besuch gefallen hat: „Es war richtig gut. Am besten war der Stabhochsprung“, sagt der Fünfjährige und lächelt.

Etwas abseits des großen Zuschauertrubels verfolgen Barbara Ladwein aus Dillingen und ihr Mann die Höchstleistungen im weiten Rund. „Wir sind eigentlich jedes Jahr hier“, sagt die 82-Jährige: „Es ist immer sehr interessant und das Programm super. Viele der Sportler kennt man ja aus dem Fernsehen. Das ist ein super Fest und einfach eine tolle Sache für das gesamte Saarland.“ Dem kann Mark Hitzelberger nur beipflichten: „Die Organisatoren stellen hier so viel auf die Beine. Das muss man einfach honorieren. Ich kenne einige Leute, die hier hinter den Kulissen arbeiten. Im Fernsehen sieht man das ja nicht, aber dahinter steckt richtig viel Aufwand“, weiß der Rehlinger. Enormen Aufwand betreiben natürlich auch die Athleten aus aller Welt, die beim diesjährigen Pfingstsportfest dabei sind. „Von der Qualität her ist das einfach beeindruckend. Die Leistungsdichte in Rehlingen ist immer richtig hoch“, ergänzt Hitzelberger. Während er mit der Familie das Geschehen zwar gebannt, aber doch entspannt verfolgt, steigt nebenan bei Ilse Sisk langsam aber sicher die Nervosität. Die Belgierin aus Leuven macht zwar nicht selbst bei den hochkarätig besetzten Wettbewerben mit. Dafür aber ihr 18-jähriger Sohn Pieter, der in wenigen Minuten über 800 Meter antritt. „Ich bin hier, um ihn zu unterstützen. Ich finde, es ist eine sehr gut organisierte und tolle Veranstaltung“, lobt die Belgierin. „Ich bewundere sowohl die organisatorische Leistung als auch die der Sportler“, sagt Ingo Thiel (82), der ebenfalls mit der Familie dicht an der Tartanbahn steht.

Frieda Schulz war zuvor sogar selbst auf der Laufbahn unterwegs. Für die Elfjährige war ihre Teilnahme im 800-Meter-Lauf der weiblichen U12 im Rahmen der Jugendwettbewerbe vor dem Hauptprogramm ein echtes Erlebnis: „Das Stadion war da schon voll besetzt. Das hat man ja nicht so oft und es hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich anfangs echt nervös war“, verriet die junge Losheimerin vom LC Rehlingen – und ergänzte: „Natürlich hoffe ich, dass ich irgendwann selbst bei den Besten mitmachen kann.“ Bis es soweit ist, werden wohl noch einige Pfingstsportfeste in Rehlingen über die Bühne gehen – die 54. Auflage, so jedenfalls die Ansicht der meisten Besucher, war erneut eine vollauf gelungene.