Rufbus der KVS fährt im Kreis Saarlouis bei Anruf

Busverkehr im Kreis : Erst anrufen, dann einsteigen

Die Rufbus-Linien in Wallerfangen, Lebach und Siersburg werden unterschiedlich gut angenommen.

Bei Anruf Bus: Als im Januar 2018 die erste Rufbus-Linie in der Gemeinde Wallerfangen anfuhr, war die Empörung erstmal groß. Nicht nur dass es organisatorische Anlaufschwierigkeiten gab, verstanden viele Bürger nicht, warum der Linienbus, der vorher (wenn auch meist leer) gefahren war, nicht mehr kam und sie stattdessen, wie bei einem Taxi, per Anruf den Klein-Bus vorher bestellen sollten. Es hagelte Beschwerden. Doch die Kunden gewöhnten sich schnell um, bilanziert Silvia Paulus, Sprecherin der Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis (KVS): „Gerade der Rufbus in Wallerfangen wird heute sehr gut angenommen.“

Keine Beschwerden, sondern sogar Lob gab es, als vor einem Jahr Rufbus-Linien in zwei weiteren Kommunen im Kreis Saarlouis folgten: Seit Januar 2019 bedienen Rufbusse eine Verbindung zwischen Rehlingen-Siersburg und Wallerfangen sowie zwei Strecken innerhalb der Stadt Lebach.

Den Grund dafür sieht Paulus zum Einen darin, dass die Fahrgäste sich umgewöhnten: „Ich würde sagen, das System Rufbus etabliert sich allmählich.“ Und zum Zweiten darin, dass bei den letztgenannten neue Busverbindungen geschaffen wurden, wo es zuvor keine gab, während in Wallerfangen 2018 schwach genutzte Linienbusse durch den Rufbus ersetzt wurden.

Weitere Rufbus-Linien für den Kreis Saarlouis, die wenig genutzte Verbindungen im Fahrplannetz ersetzen sollen, sollen nun mit dem Fahrplanwechsel im Frühjahr kommen. Darüber muss zuvor der Kreistag entscheiden (die SZ berichtete). Alle Rufbus-Linien werden mit je einem Neunsitzer-Kleinbus bedient.

Genutzt werden die vorhandenen Rufbus-Strecken sehr unterschiedlich, teilt Paulus mit: So erfreut sich die Linie 423 in der Gemeinde Wallerfangen einer Auslastung von 50 Prozent; in ganzen Zahlen: 3900 Fahrgäste stiegen im Jahr 2019 in den Rufbus ein, das sind im Schnitt 325 im Monat. Es wären sogar noch mehr, ist sich Paulus sicher, wenn es durch den 14-tägigen Streik der Busfahrer im Oktober nicht solche Einbrüche gegeben hätte: „Die Rufbusse sind zwar trotzdem gefahren, aber ohne Anschluss an die Buslinie nutzte das vielen nichts.“

Im Vergleich dazu kaum genutzt wird die 2019 neu eingeführte Linie 461, die Niedaltdorf mit Wallerfangen verbindet. Pro Monat rufen diese Linie im Schnitt 14,5 Kunden; im ganzen Jahr waren es 174. „Hier war uns klar, dass nicht viele die Linie nutzen würden, weil es auch keine besonders starke Nachfrage danach gab“, erklärt Paulus. Aber für die, die Strecke fahren, sei es eine Erleichterung.

„Sehr gut angelaufen“ sei die neue Linie 453, die die Lebacher Stadtteile Lebach, Eidenborn, Landsweiler, Hoxberg und Falscheid als Ringbus verbindet. Hier stiegen im Schnitt im Monat 60 Fahrgäste ein, im ganzen Jahr waren es 715.

Auf der ebenfalls neuen Linie 473, die als Anschluss an die Buslinie von Dörsdorf nach Dorf im Bohnental (und zurück) fährt, sind es deutlich weniger: 23 im Monat im Schnitt, 275 im ganzen Jahr 2019.

Wer eine der Rufbus-Linien (im Fahrplan mit Telefonhörer als Symbol erkennbar) nutzen möchte, meldet sich bei der Rufbuszentrale der KVS an unter Telefon (0 68 31) 1 26 00 60. Das sollte mindestens eine Stunde vor Abfahrt geschehen. Der Fahrer wird von der Zentrale über Handy informiert. Beim Bestellen des Rufbusses müssen Ort und Postleitzahl angegeben werden, weiterhin Einstiegshaltestelle, das Ziel der Fahrt und die Personenzahl. Die Fahrt im Rufbus kostet so viel wie im regulären Linienbus.

www.kvs.de/fahrinfo