Rinnstein hinten auf der Prioritätenliste

Rinnstein hinten auf der Prioritätenliste

Rehlingen. Leser-Reporter Erwin Philippi und seine Frau Brigitte aus Rehlingen sind verärgert: Die Gemeinde forderte die Bürger im Nachrichtenblatt dazu auf, sich um den unkontrollierten Pflanzenwuchs in den Straßenrinnen zu kümmern. Erwin und Brigitte Philippi kommen dieser Pflicht auch nach - im Gegensatz zur Gemeinde selbst, meint das Ehepaar

Rehlingen. Leser-Reporter Erwin Philippi und seine Frau Brigitte aus Rehlingen sind verärgert: Die Gemeinde forderte die Bürger im Nachrichtenblatt dazu auf, sich um den unkontrollierten Pflanzenwuchs in den Straßenrinnen zu kümmern. Erwin und Brigitte Philippi kommen dieser Pflicht auch nach - im Gegensatz zur Gemeinde selbst, meint das Ehepaar."Es ist ärgerlich, wenn man das sieht", fasst Brigitte Philippi die Situation zusammen, "unser Bürgermeister stellt sich mit stolzgeschwellter Brust hin, aber um solche Sachen kümmert er sich nicht." Haupt-Ärgernis für das Ehepaar Philippi ist in diesem Fall das ehemalige Rathaus am Marienberg 13, dessen Rinne nie gereinigt werde. "Die Gemeinde mäht das Grundstück regelmäßig, aber die Rinne fällt niemandem auf", sagt Erwin Philippi.

Doch nicht nur im Sommer komme die Gemeinde ihren Pflichten nicht nach. "Im Winter ist das eine Bedrohung - da wird nie geräumt", meint Erwin Philippi. Seine Frau hat zudem ein weiteres Problem festgestellt: "Bei Regen kommt Geröll vom Berg runter und verstopft die Eisenkörbe in den Kanälen. Die Gemeinde sollte die Körbe regelmäßig sauber machen, aber das tut sie nicht. Also wird die Straße überschwemmt und die Keller laufen voll."

Winfried Schellenbach, Mitarbeiter des Hauptamtes, hält die fehlende Leerung der Körbe für einen Einzelfall. "Ich weiß, dass wir regelmäßig die Körbe entleeren", sagt er. Das Problem des Pflanzenwuchses in den Straßenrinnen ist der Gemeinde bewusst. "Die Gemeinde lässt von einer Privatfirma die Rinnen alle drei Wochen reinigen; der Bauhof hat ein spezielles Reinigungsgerät", erklärt er, "aber es ist so, dass es der Gemeinde nicht möglich ist, immer zeitnah die Rinnen zu reinigen." Als Flächengemeinde fehlten Rehlingen einfach die notwendigen Ressourcen.

Schellenbach will die Situation im Winter nicht beschönigen. "Es gibt einen Räum- und Streuplan, und der Streudienst hat bestimmte Prioritäten", sagt Schellenbach. Bei Schneefall werden zunächst die verkehrswichtigen Straßen, also die Wege zu Schulen und Kindergärten sowie die Hauptverkehrspunkte geräumt. "Das alte Rathaus ist das letzte Gebäude in einer Biegung", sagt Schellenbach, und deshalb genieße es nicht höchste Priorität.

"Ich kann anbieten, dass der Leser-Reporter mal mit der Grüntruppe vom Bauhof mitgeht", sagt Schellenbach, "und sich anschaut, wie das läuft und was der Bauhof alles tut." So könne er sich selber ein Bild davon machen, welche Aufgaben die Gemeinde zu erfüllen hat und "ein bisschen Verständnis für die Gemeinde" bekommen.

Den Tipp für den Artikel bekamen wir von Leser-Reporter Erwin Philippi. Haben auch Sie Spannendes zu erzählen? Dann schicken Sie uns alles per E-Mail an leser-reporter@sol.de oder über das Onlineformular auf unserer Internetseite.

saarbruecker-zeitung.de/

leserreporter

Meinung

Es grünt so

grün, wenn …

Von SZ-RedakteurMathias Winters

Vom ästhetischen Standpunkt aus gesehen, ist die Verärgerung der Nachbarn nachvollziehbar. Wenn ich selbst den Rinnstein sauber halte, fänd ich es nicht schlecht, wenn der Grundeigentümer Gemeinde ebenso eifrig wäre. Durchgehend unkrautfrei geht es aber nur mit voller Dröhnung Chemie, nahezu wöchentlicher mechanischer Abhilfe oder perfekter Betonierung auch der letzten kleinen Ritze. Das kostet Geld und muss - wenn alles zubetoniert ist - nicht besser aussehen. Ein kleiner Stubser für die Gemeinde, einmal häufiger Unkraut zu jäten, ist sicherlich berechtigt. Wirklich schlimm ist der hier beschriebene Zustand aber nicht. Da kenne ich weitaus stärkeren Bewuchs.