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Grünschnitt
Grünschnitt-Problem beschäftigt den Rat

 Wohin mit dem Grünschnitt? In Rehlingen-Siersburg gibt es eine zentrale Annahmestelle, die nun ausgebaut werden muss.
Wohin mit dem Grünschnitt? In Rehlingen-Siersburg gibt es eine zentrale Annahmestelle, die nun ausgebaut werden muss. FOTO: Thorsten Wolf
Rehlingen. In Rehlingen-Siersburg hat die Awo als Projektpartner gekündigt. Von Nicole Bastong

Obwohl die Gemeinde Rehlingen-Siersburg in Kooperation mit dem AWO-Beschäftigungsprojekt seit vielen Jahren eine eigene Annahmestelle für Grünschnitt im Gewerbegebiet Rehlingen betreibt, muss sie nun viel Geld in die Hand nehmen. Denn der Entsorgungsverband Saar schreibt den Kommunen vor, bis 2020 selbst dafür sorgen zu müssen, dass der Grünschnitt aus der Gemeinde nicht nur angenommen, sondern auch gesammelt und gelagert werden kann (die SZ berichtete). Einige Gemeinden haben sich daraufhin mit anderen zusammengetan, um die neue Aufgabe zu bewerkstelligen, wie etwa Dillingen und Wallerfangen. Auch in Rehlingen-Siersburg sei dies eine Überlegung gewesen, erläuterte Bürgermeister Ralf Collmann: Doch Beckingen habe nicht gewollt, Dillingen sei zu weit weg für einige Ortsteile und Wallerfangen habe sich für Dillingen entschieden.


So muss die Gemeinde nun selbst aktiv werden und umbauen: Auf der Fläche der bisherigen Grünschnitt-Annahmestelle wird bis Jahresende auch ein Lagerplatz eingerichtet werden. Drei Varianten hatten bei der Umsetzung zur Diskussion gestanden, erläuterte Gerhard Kerber, Fachbereichsleiter für Gemeindeentwicklung: Zum einen die Lagerung in Containern, die aber schnell als zu unpraktikabel erachtet wurde, weil man so stets einen Radlader im Betrieb haben müsse. Zum zweiten eine offene Lagerung, die in Variante zwei jedoch deutlich großzügiger ausfiele als in Variante drei. Der zuständige Ausschuss und der Gemeinderat entschieden sich schließlich für die dritte Variante, die vorsieht, dass bis zu fünf Anlieferer gleichzeitig vorfahren können. Die Annahmestelle würde schon jetzt sehr gut genutzt, versicherte Kerber.

Kurzfristig habe sich jedoch noch ein ganz anderes Problem ergeben, erläuterte Bürgermeister Collmann in der Sitzung am Donnerstag: Die AWO habe ihn darüber informiert, dass das Beschäftigungsprojekt, mit dem die Gemeinde bislang nicht nur beim Grünschnitt gut zusammengearbeitet hatte, sondern auch beim Spülmobil und im Bereich des Bauhofs, eingestellt werde. Und zwar zum 31. März schon.



„Es habe sich nicht gerechnet, man habe dickes Minus gefahren“, gab Collmann die Gründe wieder. „Das Projekt wird es so nicht mehr geben.“ Die Verwaltung suche nun nach einer Lösung, da eine Kooperation mit dem AWO-Projekt auch bei der Pflege der Friedhöfe geplant war. Konkretes könne er noch nicht sagen, ergänzte Collmann: „Doch es liegt uns sehr am Herzen, was über Jahre geschaffen wurde, auch weiterzuführen.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass es in einer anderen Form eine Zusammenarbeit mit den behinderten Mitarbeitern der AWO-Werkstatt geben könnte.