"Quo vadis?" Diskussion um Rehlingen-Siersburg

IHK-Reihe : Rehlingen-Siersburg steht an der Spitze

„Quo vadis?“ Wohin des Weges, Rehlingen-Siersburg? Das war die Fragestellung am Mittwochabend. Bei guter Publikumsbeteiligung gab es viele Daten und eine muntere Diskussion.

„Sie sind gut aufgestellt“, lobte am Mittwochabend die wirtschaftliche Situation von Rehlingen-Siersburg. Dann belegte er nahezu eine Stunde lang, warum die Gemeinde ganz oben steht im Ranking der saarländischen Kommunen. Der Blick geht in die Zukunft, wenn die IHK sich mit Stärken und Schwächen einer Gemeinde beschäftigt.

In ihrer Veranstaltungsreihe „Quo vadis?“ breiteten die Fachleute der Industrie- und Handelskammer Saar nun ihre Analysen vor rund 70 Zuhörern, darunter auch ein Vertreter des Maire von Bouzonville, aus. Den Raum dafür stellte die Service-Auto-Garage Hein & Montnacher zur Verfügung. Mitveranstalter waren die Gemeinde Rehlingen-Siersburg und der Verband für Handel, Handwerk und Gewerbe.

Was der Gemeinde fehlt, vermerkte Meier zum Schluss seines Vortrags (siehe „Zahlen, Zahlen, Zahlen  . . .“) sei ein klarer Markenkern. Hierfür könne Oberesch genutzt werden. Das holte beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ Silber. „Das ist wirklich was, womit Sie glänzen können.“ Insgesamt vergab Meier „eine ganz klare 2“ für Rehlingen-Siersburg im Ranking der Standorte. Aber „man muss einfach dran bleiben“, riet er. Zusammen mit Firmen, Hauseigentümern und Einwohnern solle ein Zielbild Rehlingen-Siersburg 2030 entwickelt werden.

An der anschließenden Diskussionsrunde beteiligten sich neben Meier Leander Wappler von der IHK, vom Gewerbeverband Sandra Silvanus und Günter Heitz sowie Bürgermeister Ralf Collmann. Die Moderation hatte Mathias Winters, SZ-Regionalleiter West. Wer könne neben Rehlingen und Siersburg die acht weiteren Orte auf Anhieb nennen, fragte Winters. Nur ein paar Hände gingen hoch. „Sind das reine Wohngebiete?“, hakte Winters nach.

„Am Leben halten, was möglich ist“

„Für die kleineren Orte wird es das Thema Grundversorgung in Zukunft so nicht mehr geben“, stellte Wappler deren Situation dar. Das bedeute künftig Automaten für regionale Produkte oder fünf bis zehn Autominuten zu den nächsten Geschäften. „Wie gehen Sie mit den acht anderen um?“, fragte Winters Günter Heitz. „Am Leben halten, was möglich ist“, sagte der. Über die künftige Entwicklung „muss über alle Ortsteile hinweg diskutiert werden“. Aus dem Publikum wies Günter Heinrich auf die Rolle der Niedtalbahn hin. Die sei wichtig für Pendler nach Thionville und Luxemburg. „Wir sind im Gespräch mit dem Halter der Niedtalbahn“, antwortete Collmann. Es gebe „Bestrebungen, diese Bahn für Personenverkehr und Handel offen zu halten“.

Die ärztliche Versorgung solle in die Betrachtungen der IHK aufgenommen werden, forderte Werner Altmayer aus dem Publikum. „Ganz toller Hinweis“, sagte Carsten Meier. Auf die Schwächen der Internetanbindung verwies Benedikt Schwartz aus Fürweiler. „Das hält viele Familien davon ab, in kleinere Orte zu ziehen.“ „Wir sind dran, auch in Fürweiler“, sagte Collmann.

Zum Abschluss fragte Winters nach den Visionen für 2033. Als „einen Hotspot der Digitalisierung“, sah Meier die Gemeinde. Mit „flächendeckend 5G“. Leander Wappler meinte, Rehlingen-Siersburg habe dann „den demografischen Wandel in den Griff bekommen“. Dass die zehn Orte der Gemeinde „weiter zusammenwachsen“, darauf vertraute Günter Heitz. Der Gewerbeverband habe dann „zusätzlich deutlich mehr jüngere Mitglieder“, hoffte Sandra Silvanus. 2030/33 „hat die Gemeinde Rehlingen-Siersburg wieder über 15 000 Einwohner“, wünschte sich Ralf Collmann. Sie habe „weiterhin eine sehr starke Wirtschaft, in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsförderung und Gewerbeverband“.