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Pfarrer i.R. Helmut Maria Gressung aus Niedaltdorf 102 Jahre alt

Seltener Geburtstag : Früherer Niedaltdorfer Pfarrer Gressung wird 102 Jahre alt

Helmut Maria Gressung feiert an diesem Sonntag seinen Geburtstag. Er blickt auf ein spannendes Leben zurück. Heute lebt er in Reisbach.

Im Pfarrhaus Reisbach, seinem Altersdomizil, wird an diesem Sonntag, 19. Juli, der frühere Pfarrer von Niedaltdorf St. Rufus und Pfarrverwalter von Ihn und Rammelfangen, Helmut Maria Gressung, 102 Jahre alt.

Der aus der Saarbrücker Familie Gressung (Fotohandel) stammende Priester im Ruhestand hält sich gesundheitlich auf der Höhe und ist geistig immer noch topfit. Es war für ihn mit der Hilfe der Muttergottes Maria und der Fügung des Herrgotts eine Gnade, als junger Offizier im Afrikafeldzug im Zweiten Weltkrieg eine schwere Verwundung überlebt zu haben. Schon als Messdiener, so sagte er, habe er in sich den Wunsch verspürt, Priester zu werden.

Beim Besuch des Ludwigsgymnasiums in Saarbrücken und bei vielen persönlichen Begegnungen fand er in dem Mitschüler Willi Graf einen echten Freund und Wegbegleiter. Sehr früh standen sie dem Nationalsozialismus ablehnend gegenüber.

Dies hatte vor allem für Willi Graf fatale Folgen. Als Mitglied im Kreis der studentischen Widerstandsbewegung Weiße Rose in München war er zum Tode verurteilt und mit dem Fallbeil hingerichtet worden.

Nach seinem Theologiestudium wurde Helmut Maria Gressung an Weihnachten des Jahres 1950 im Hohen Dom zu Trier zum Priester geweiht. Nach insgesamt vier Jahren als Kaplan in Bad Kreuznach wurde er Internatsleiter und Religionslehrer am Aufbaugymnasium Münstermaifeld.

Bereits im Jahr 1957 wurde er Caritasdirektor in Ahrenberg/Rhein, einer Zentrale für die Ausbildung von Landkrankenpflegerinnen und Gemeindeschwestern. Das Bistum hatte in dem jungen Priester dessen besondere theologischen, pädagogischen und organisatorischen Fähigkeiten erkannt.

Gressung übernahm auf eigenen Wunsch die in der Landgemeinde Niedaltdorf freiwerdende Pfarrstelle. Der Vorgänger war der Geistliche Rat und Ehrenbürger von Niedaltdorf Johannes Schmitt. Dieser war mit den Gressungs in Saarbrücken befreundet.

Wegen seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus war Johannes Schmitt allein vier Jahre in Dachau inhaftiert und nach dem legendären Todesmarsch von den amerikanischen Truppen befreit worden. Johannes Schmitt war ein großer Marienverehrer und besonders engagiert für alte und kranke Menschen.

Nachfolger Helmut Maria Gressung war ebenso ein großer Verehrer der Mutter Gottes und international aktiv in der Marianischen Priesterbewegung. Zeitweise war er deren Vorsitzender. Zahlreiche Gläubige aus mehreren Ländern Europas besuchten immer wieder die kirchlichen Treffen, die in Niedaltdorf stattfanden.

Bundesweit machte Helmut Maria Gressung im Zusammenhang mit den Marienerscheinungen in Marpingen Schlagzeilen. Wer den Saarbrücker Priester Gressung kennt, weiß, dass er in seiner unbeugsamen Haltung gewohnt ist, alle Probleme auf seine christlich geprägte Art zu lösen.