Ortsvorsteher fordert schnelles Räumen von Bauschutt bei Oberesch

Kostenpflichtiger Inhalt: Gefahr für die Natur? : Neuer Ärger um den Bauschutt bei Oberesch

Die im Herbst illegal abgelagerten Schuttmassen sind noch nicht entsorgt. Durch freigelegten Müll könnte nun aber Eile geboten sein. Am Donnerstag findet ein Termin vor Ort statt.

Eisen, Plastik, Ziegeln und mehr hat der Regen freigelegt. Für den Oberescher Ortsvorsteher Michael Engel besteht „dringender Handlungsbedarf“: Denn in den Schuttablagerungen auf einem Privatgrundstück bei Oberesch handelt es sich wohl doch nicht nur um einfache Erdmassen. „Das ist jetzt ein neuer Stand“, sagt Daniel Hussung, Untere Bauaufsicht des Landkreises Saarlouis. Bisher sei man, nach entsprechender Stellungnahme des Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) im Oktober, davon ausgegangen, dass es sich bei den großen Mengen Bauschutt, die dort im Herbst illegal abgelagert wurden, „um unbelasteten Erdaushub“ handele.

Grundsätzlich habe die Eigentümerin des Grundstückes, die den Schutt dort ablagern ließ, einer Selbstverpflichtung zugestimmt, ihn auch wieder zu beseitigen – allerdings unter der Voraussetzung, dass die Witterung dies zulasse. Anfang Dezember waren erste Versuche, die Schuttmengen wieder zu beseitigen, durch den matschigen Untergrund gescheitert. Als Zwischenlösung wurde unter anderem ein Graben für abfließendes Wasser angelegt und das Material befestigt. „Es ist nicht so, dass hier nichts mehr passiert ist“, betont Hussung.

Man habe man sich mit LUA, Gemeinde Rehlingen-Siersburg und Eigentümerin des Grundstücks darauf geeinigt, dass die Abfuhr erst möglich sei, wenn entweder Dauerfrost oder anhaltende Trockenheit herrschten. Beides sei seit Dezember nicht der Fall gewesen, räumt Hussung.

Bauschutt bei Oberesch. Foto: Uwe Rech. Foto: Uwe Rech

Durch Starkregen hat sich vielmehr eine neue Situation ergeben: Wie Ortsvorsteher Engel vergangene Woche den zuständigen Behörden mitteilte, wurde unter dem Erdaushub versteckter Bauschutt freigelegt. In Teilen sei der Schutt nun auch schon in den Bach gespült worden. Mehrere Fotos belegen, dass Fliesen, Ziegeln, Metall, Plastik, Pappe, Stoff, Draht freigespült wurden. „Aus unserer Sicht besteht hier weiter dringender Handlungsbedarf, außerdem sollte dieses Umweltvergehen unverzüglich angezeigt werden“, fordert Engel.

Für diesen Donnerstag nun wurde ein Termin mit den beteiligten Behörden und der Eigentümerin vor Ort anberaumt, teilt die UBA mit. Grundlegend ist dann die erneute Einschätzung des LUA: Ist hier Gefahr für die Umwelt in Verzug oder bleibt die Zwischenlösung bestehen, erklärt Hussung. Denn man müsse abwägen, was den größeren Schaden für die Natur bringe: Die Möglichkeit, dass eventuelle Giftstoffe in Grundwasser, Bach und Weiher gelangten, oder die sofortige Abfuhr durch Bagger und LKW, die bei der aktuellen Witterung für erheblichen Schaden auf der Wiese im Landschaftsschutzgebiet sorgen würde. Ob noch mehr Bauschutt unter dem Aushub liege oder er vielleicht sogar nachträglich von jemand anderem dort deponiert wurde, sei derzeit Spekulation. Nach der Stellungnahme des LUA, die möglicherweise erst nach weiteren Bodenproben erfolgen könne, komme man gemeinsam zu einer Entscheidung, wie nun weiter verfahren werde, erklärte Hussung.

Derweil fürchten die Oberescher weiter um ihren Eschbach und den nahen Fischweiher, die verschlammt oder gar kontaminiert werden könnten: „Der Weiher in unserem beliebten Naherholungsgebiet wurde in den letzten drei Jahren umgebaut und umgestaltet. Über 1300 Kubikmeter Schlamm wurden ausgebaggert“, erinnert Engel. „Allein der Oberescher Angelsportverein hat über 30 000 Euro Eigenmittel in den Umbau investiert, dazu kommen noch einmal rund 8000 Euro aus der Vereinskasse für den Fischbesatz. Darüber hinaus wurde der Umbau mit rund 17 000 Euro Fördermittel des Umweltministeriums und mit rund 14 000 Euro aus dem Gemeindehaushalt unterstützt.“ Viel Geld, das nun den Bach runtergehen könnte.