Öffentliche Ehrung für Engagement

Hemmersdorf. In Hemmersdorf sind relativ viele Männer und Frauen in geistliche Berufe der römisch-katholischen Kirche eingetreten. Zwei Patres nehmen vor allem deshalb eine Sonderstellung ein, weil sie Jahrzehnte lang in fernen Kontinenten tätig waren. Der eine ist Pater Johannes Nilles (1905-1993)

Hemmersdorf. In Hemmersdorf sind relativ viele Männer und Frauen in geistliche Berufe der römisch-katholischen Kirche eingetreten. Zwei Patres nehmen vor allem deshalb eine Sonderstellung ein, weil sie Jahrzehnte lang in fernen Kontinenten tätig waren. Der eine ist Pater Johannes Nilles (1905-1993). 1937 reiste der junge Missionar als einer der ersten Weißen in das Hochland von Papua-Neuguiena. 54 Jahre lang wirkte er dort, wobei seine Arbeit weit über die eines Missionars hinausging. Er war Ethnologe, Linguist, Politiker und Anführer eines Klans. Die Gemeinde Hemmersdorf ehrte ihn unter anderem mit der Straßenbezeichnung "Pater-Nilles-Straße".Den Montfortanerpater Ferdi Philippi (1932-2009) ehrt jetzt sein Heimatort Hemmersdorf, indem sie den Dorfplatz in Großhemmersdorf in "Pater-Ferdi-Philippi-Platz" benennt. Der Ortsrat Hemmersdorf entsprach einstimmig dem Vorschlag des "Freundeskreises Pater Ferdi Philippi". Günter Cartus, ein Cousin von Pater Ferdi, hatte von etwa 600 Personen aus Hemmersdorf und Umgebung die Unterstützung bekommen, für Pater Ferdi eine dauerhafte öffentliche Ehrung für dessen beispiellose Leistungen für die Menschen in einer der ärmsten Nationen der Welt vorzunehmen.

Der Dorfplatz ist in einer exquisiten Lage in der Lothringer Straße. Es gibt gleich mehrere Merkmale, die ihn für eine Ehrung für Pater Ferdi, wie er liebevoll in Hemmersdorf genannt wird, besonders hervorheben. Gegenüber dem Platz steht eines der ältesten Hemmersdorfer Lothringerhäuser, überregional ausgezeichnet. Am Kreuzungspunkt der Lothringer Straße und der Schoppachstraße steht ein altes sehr gut restauriertes Dorfkreuz. Am Kopfende des Platzes sind Teile der ehemaligen Maschinenanlage des Pumpwerkes Hemmersdorf, das noch in den ersten Nachkriegsjahren das Leitungswasser des Wasserleitungs-Zweckverbandes Gau Nord zu den Gemeinden des Saarlouiser Nordgaues hoch pumpte.

Für Pater Ferdi Philippi, der als Missionar, Lehrer und Mediziner bis zu seiner Selbsterschöpfung als großer Wohltäter im Armenhaus Haiti wirkte, ist der Namensakt eine würdige Ehrung.

 Der "Pater-Ferdi-Philippi-Platz" in Hemmersdorf ehrt seinen Namensgeber. Foto: Erhard Grein
Der "Pater-Ferdi-Philippi-Platz" in Hemmersdorf ehrt seinen Namensgeber. Foto: Erhard Grein

Morgen, 18.30 Uhr, ist in der Kirche St. Nikolaus in Großhemmersdorf ein Gedenkgottesdienst für Pater Ferdi Philippi. Hier feierte 1965 der Missionar seine Primiz. Im Anschluss an die Messe wird auf dem Dorfplatz das Namensschild enthüllt. rl