Oberesch holt Silber beim Bundeswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft

Jetzt in der Dörfer-Bundesliga : Oberesch gewinnt Silber auf Bundesebene

„Jetzt läuten schon die Glocken“: Ein zweiter Platz im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ für den 325-Einwohner-Ort.

„Wissen Sie schon das Ergebnis? Ich weiß es.“ Aus seinem Urlaub meldete sich am Donnerstagmittag Michael Engel mit ansteckender Laune per Handy. Oberesch habe Silber auf Bundesebene erreicht, teilte der Ortsvorsteher mit. Beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hatte das kleine Dorf im Nordwesten der Gemeinde Rehlingen-Siersburg auf Anhieb Platz eins auf Kreisebene geschafft. Das wiederholte sich später auf Landesebene. Am 19. Juni stellte sich Oberesch als einziger Vertreter des Saarlandes einer Jury auf Bundesebene. Insgesamt wurden am Donnerstag auf Bundesebene acht Dörfer mit Gold bekannt gegeben, 15 erlangten Silber und sieben Bronze.

Mit der Silbermedaille reiht sich Oberesch in die Riege saarländischer Erfolgsdörfer ein. Seit 1961 haben die immer wieder oberste Plätze erlangt. Anfangs im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“, seit 1998 bei „Unser Dorf hat Zukunft“. Bei Letzterem geht es weniger um Dorfverschönerung als um Lebensqualität und dauerhafte Zukunftsfähigkeit. In diesem neu ausgerichteten Wettbewerb erreichten saarländische Dörfer seit 1998 zwei Goldmedaillen, dreimal Bronze und viermal Silber.

Die rund 325 Oberescher erhöhen nun auf fünf Silber für das Saarland bei „Unser Dorf hat Zukunft“. Errungen haben sie die Auszeichnung in einem Feld von 30 Mitbewerbern in ganz Deutschland mit Einwohnerzahlen bis zu 3000 Personen. Diese 30 Finalisten waren die besten von knapp 1900 Dörfern aus ganz Deutschland, die sich am 26. Bundeswettbewerb beteiligten. Mit dem jetzigen Ergebnis macht das Dorf auch die Gemeinde Rehlingen-Siersburg zur erfolgreichsten Region im Kreis Saarlouis. Zusammen mit Gerlfangen, das 2013 Bronze erreichte, und Hemmersdorf, das im früheren Wettbewerbsmodus zweimal Bronze bekam, 1989 und 1995.

„In Oberesch läuten schon die Glocken“, sagte Michael Engel am Donnerstagmittag. Und am Abend war das JUZ als Festplatz terminiert. Damit „hätte wohl niemand gerechnet, als wir vor drei Jahren zum ersten Mal mitgemacht haben“. In dieser Zeit habe der Ort sich richtig in die Herausforderung reingehängt. Die vergangenen drei Jahre seien doch recht anstrengend gewesen. Jetzt komme wieder mehr Ruhe auf, für die weiteren Projekte im Ort. Denn es soll weitergehen für die Zukunft von Oberesch. „Zehn Prozent für die Jury“, war das bisherige Motto, „und 90 Prozent für den Ort. Jetzt machen wir 100 Prozent für den Ort.“

Am 24. Januar nächsten Jahres holt Oberesch seine Silbermedaille in Berlin ab, im Rahmen der „Grünen Woche“. Der zweite Platz ist mit einem Preisgeld von 10 000 Euro ausgezeichnet. Damit habe der Ort nun zehn Jahre eigene Haushaltsmittel, sagte Engel. Und mehr finanziellen Spielraum, um das eine oder andere umzusetzen.

Zusätzlich wurde dem Dorf einer von sechs Sonderpreisen zugesprochen. Die sind mit je 3000 Euro dotiert. Als Begründung nennt die Jury, dass Oberesch mit seinem „Zusammenhalt für die Dorfentwicklung“ überzeugte.

Mit diesem Erfolg und den praktischen Ergebnissen in Oberesch sei es vielleicht auch möglich, sagte Engel, „andere Dörfer in der Region zu motivieren“.

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