Noch fehlen ehrenamtliche Fahrer

Schon lange ist ein Lieferdienst für Lebensmittel in Rehlingen-Siersburg geplant, zum 1. Juli soll er nun starten. Jedoch werden noch ehrenamtliche Fahrer gesucht, die ein Mal pro Woche Einkäufe zu Älteren bringen.

Milch leer, kein Mehl mehr im Haus? In Oberesch, Gerlfangen, Hemmersdorf oder anderen kleinen Ortschaften der Gemeinde Rehlingen-Siersburg gibt es keine Supermärkte, einen Dorfladen auch schon lange nicht mehr; die nächste Einkaufsmöglichkeit ist erst in Siersburg zu finden. Gerade für ältere Menschen ohne Auto ist das ein bekanntes Problem. Seit über zwei Jahren plant deshalb schon die Gemeindeverwaltung zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und dem Landkreis Saarlouis einen Lieferservice für Lebensmittel (die SZ berichtete).

Zahlreiche organisatorische, wirtschaftliche und auch rechtliche Fragen waren zu klären. Nun geht das Projekt wieder einen Schritt weiter: Die Idee ist schon lange da, seit Dezember 2014 gibt es sogar einen neuenLieferwagen, den die Kreissparkasse Saarlouis über den Sparverein Saarland hierfür gespendet hat.

Zum 1. Juli soll der Lieferdienst nun endlich starten, kündigt die Gemeinde an. Doch was noch fehlt, sind ehrenamtliche Fahrer für den Lebensmittelbringdienst. Denn schließlich soll das Angebot auch für die Kunden in abgelegenen Orten bezahlbar bleiben.

Ein Liefertag pro Woche

Geliefert wird vom Supermarkt CAP-Markt in Roden aus. In CAP-Märkten arbeiten überwiegend Menschen mit Behinderung. In Roden sind dies acht Mitarbeiter der Werkstätten für behinderte Menschen der Awo Saarland. Seit der Eröffnung des Ladens 2009 bietet dieser gegen Aufpreis auch einen Lieferdienst in umliegende Orte an. In Rehlingen-Siersburg sollen nun, nach telefonischer Bestellung, von einem Zwischenlager aus mit dem Fahrzeug Frischware in alle zehn Ortsteile gebracht werden. Zunächst ist ein wöchentlicher Liefertag, voraussichtlich Freitag, vorgesehen.

Gesucht werden nun Fahrer und Fahrerinnen mit üblichem Pkw-Führerschein, die sich ehrenamtlich einbringen wollen. Der Aufwand dabei ist überschaubar, betont die Gemeinde: Finden sich vier Helfer für den Dienst, muss jeder nur ein Mal pro Monat für voraussichtlich vier Stunden ran. Ein Versicherungsschutz wäre gegeben.

Interessenten melden sich bei der Gemeindeverwaltung, Daniel Kelkel, Tel. (0 68 35) 50 84 15, E-Mail: d.kelkel@rehlingen-siersburg.de.

Meinung:

Lieferdienst rollt nur langsam an

Von SZ-Redakteurin Nicole Bastong

Seit Jahren plant die Gemeinde Rehlingen-Siersburg mit der Awo, den Lieferservice des Cap-Marktes Roden auf entlegene Orte auszuweiten. Und obwohl bereits seit Monaten ein gespendetes Auto bereit steht, kommt der Lieferdienst nur allmählich ins Rollen. Nun braucht man noch ehrenamtliche Fahrer - denn schließlich soll das Ganze ja möglichst wenig kosten. Natürlich auch für die Kunden, denn das sind überwiegend ältere und nicht mobile Mitbürger. Aber was, wenn sich niemand findet: Wird der Start dann wieder vertagt?