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Geschichte in Niedaltdorf
Niedaltdorfs reiches archäologisches Erbe

 Gerhard Bräscher zeigt einen Teil der rekonstruierten Dekorationsmalerei der römischen Villa von Niedaltdorf.
Gerhard Bräscher zeigt einen Teil der rekonstruierten Dekorationsmalerei der römischen Villa von Niedaltdorf. FOTO: Erhard Grein
Niedaltdorf. Gerhard Bräscher stellte eine Broschüre zu Funden aus der Zeit der Römer und Kelten vor.

Das unmittelbar an der saarländisch-lothringischen Grenze gelegene Niedaltdorf erinnerte im vollbesetzten Dorfgemeinschaftshaus in einer außergewöhnlichen Form an seine geschichtlichen Ursprünge. Landesweit verbindet man mit diesem Ort die unmittelbar an der Nied gelegene Tropfsteinhöhle. Zahlreiche Spuren eines reichen archäologischen Erbes führen zur grenzüberschreitenden früheren Besiedlung in der Jungsteinzeit über die Kelten bis zur römischen Zeit.


Über die archäologische Spurensuche hat die Gemeinde Rehlingen-Siersburg eine von Werner Klemm gestaltete Broschüre herausgegeben. Hierin werden insbesondere die außergewöhnlichen Ausgrabungsarbeiten und Fundsicherungen des Niedaltdorfers Gerhard Bräscher gewürdigt. Bräscher hatte in Zusammenarbeit mit anderen Forschern die Funde gesichert und damit, sehr oft in mühevoller Kleinarbeit, für die Zukunft erhalten.

Der Niedaltdorfer Ortsvorsteher Reiner Petry konnte zu dem Niedaltdorfer Abend zahlreiche Ehrengäste begrüßen; die Bewirtung übernahmen die Landfrauen.



In Vertretung von Professor  Wolfgang Adler vom Landesdenkmalamt referierte zunächst Barbara Ames-Adler über das Thema „Der Entdecker der Römischen Großvilla von Niedaltdorf, Louis Jacques Gisbert de Villers von Bourgesch“. In mühevoller Arbeit und mit viel Überzeugungskraft gegenüber den Bauern als Grundstückseigentümern habe er manches ausgraben und damit retten können.

Ausführlich referierte dann Archäologe Martin Frey über die „Dekorationsmalerei der Römerzeit aus der Villa Rustica bei Niedaltdorf“. Die sehr gut gelungenen Konstruktionen wurden wirkungsvoll durch großformatige Lichtbilder übermittelt.

Mit verdientem Beifall überhäuft wurde Gerhard Bräschers in moselfränkischer Mundart vorgetragener Bericht, wie es zu seinen „mühseligen“ Ausgrabungen und zur Sicherung der „Niedaltdorfer archäologischen Schätze“ kam.

Die Broschüre „Spurensuche“ über die archäologischen Funde in Niedaltdorf ist kostenlos erhältlich im Rathaus in Siersburg.

(rl)