Neue Zwischenlösung für Bauschutt in Oberesch gefunden mit LUA und UBA

Kostenpflichtiger Inhalt: Umweltverschmutzung bei Oberesch : Die Schuttmassen werden jetzt mit Folie abgedeckt

Bei einem Ortstermin mit Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz und Unterer Bauaufsicht des Landkreises (UBA) am Donnerstag sollte entschieden werden, wie es mit dem Bauschutt auf dem Wiesengrundstück in Oberesch weitergehen soll.

Auf einem privaten Wiesengrundstück nahe Oberesch kippen über mehrere Tage LKW Schutt ab. Insgesamt gut 40 LKW-Ladungen, schätzen die Anwohner, die schließlich die Gemeinde, Landkreis und das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) informieren. Bei einem Ortstermin wird schnell klar: Die Aufschüttung war illegal, zudem wurde die Natur stark beeinträchtigt; die Eigentümerin des Grundstückes soll für die Abfuhr sorgen.

Nun, Monate später, liegt der Schutt noch immer in der Natur (die SZ berichtete mehrfach), zudem spült der Regen Ziegel, Fliesen, Glas, Plastik, Metall und mehr frei und in den nahen Eschbach. Bei einem Ortstermin mit LUA und Unterer Bauaufsicht des Landkreises (UBA) am Donnerstag sollte entschieden werden, wie es dort weitergehen soll.

Joshua Pawlak, Beigeordneter der Gemeinde Rehlingen-Siersburg, zeigte sich am Freitag zufrieden mit den Ergebnissen. Wie er schildert, kamen rund 30 Personen, darunter neben den zuständigen Behörden und der Eigentümerin auch Vertreter des Ortsrates, des Umweltausschusses und des Angelsportvereins, der die Verschlammung seines teuer renaturierten Weihers fürchtet.

Zunächst habe sich die Bewertung des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA), dass es sich um „unbelasteten Erdaushub“ handele, nicht geändert, teilte dieses auf Anfrage mit: „In den Ablagerungen sind zwar Fremdbestandteile (Ziegel, Glas….) zu finden, der Erdaushub ist aber nicht mit Schadstoffen belastet“, lautete die Erklärung des LUA. Weitere Bodenproben werde man nicht nehmen. Für die Durchsetzung der Beseitigung sei nun einzig die UBA zuständig.

Die erklärte am Freitag auf Anfrage, grundsätzlich sei aus ihrer Sicht „immer noch umgehend zu handeln, sobald die Witterung es zulasse“; ausschlaggebend sei aber im Moment, dass laut LUA keine Gefahr von den Ablagerungen ausgehe.

Allen sei schnell klar gewesen, erklärt Pawlak, dass bei der aktuellen Witterung eine Abfuhr des Schuttes nur mit erheblichem Flurschaden möglich sei. Deshalb habe man sich schließlich geeinigt, dass als Zwischenlösung die losen Erdmassen mit einer Silofolie abgedeckt werden, so dass keine weiteren Sedimentmassen mehr in den Bach gespült werden. Dies soll in der kommenden Woche geschehen. Langfristig soll ein bereits beauftragtes Unternehmen den Schutt abfahren, habe die Eigentümerin nochmals bekräftigt. „Das war eine gute Konsenslösung“, findet Pawlak, „es war auch gut, dass es den Austausch vor Ort mit Infos aus erster Hand gab.“

Das sah auch Ortsvorsteher Michael Engel so: „Grundsätzlich war es mal gut, dass alle vor Ort das Ausmaß gesehen haben.“ Offen sei für ihn aber immer noch die Frage, welche strafrechtlichen Konsequenzen die illegale Entsorgung dort habe. „Und natürlich auch: wer kommt für den bleibenden Schaden auf?“ Die Gemeinde müsse sich um Schadensersatz bemühen und „nicht den ASV allein damit lassen“, fordert Engel.