Neue Fußballplätze in Rehlingen-Siersburg

Neue Fußballplätze : Rehlingen-Siersburg kann jetzt loslegen

Schon länger will die Gemeinde Fußballplätze erneuern – doch fehlte das Geld. Nun sind die Voraussetzungen da, sogar für noch mehr.

Das Leben ist kein Wunschkonzert und die Gemeindekasse ist immer leer – davon können Vereine ein Lied singen. So auch die Fußballvereine der Gemeinde Rehlingen-Siersburg, die ihrer Verwaltung schon länger mit dem Wunsch nach Kunstrasenplätzen in den Ohren liegen. Nicht zu Unrecht, räumt Bürgermeister Martin Silvanus ein: „Die Braschenplätze in Eimersdorf und Hemmersdorf sind in einem so schlechten Zustand, dass ich sie eigentlich sperren lassen müsste.“ Doch auch wenn für den Bau von Sportstätten in der Regel großzügige Zuschüsse fließen, kann eine Gemeinde bei knapper Haushaltslage den Eigenanteil oft kaum stemmen.

Doch für die beiden drängenden Fälle hat die Gemeinde nun gemeinsam mit Innenminister Klaus Bouillon und Klaus Meiser, Präsident des Saarländischen Sportverbandes, eine Lösung gefunden. Zunächst einmal gibt es hierfür hohe Zuschüsse, wie der Vermittler Reinhold Jost, Minister und Ortsvorsteher von Siersburg, erklärt. Doch wie kann die Gemeinde trotz fehlender Eigenmittel nun zwei Rasenplätze bauen? Das geht nach dem dort schon bewährten „Schuldendienstmodell“: Dabei tritt nicht die Gemeinde als Bauherr an, sondern der jeweilige Verein. Er nimmt einen Kredit auf, für den die Kommune bürgt, den sie selbst aber wegen der Haushaltslage nicht aufnehmen dürfte. Voraussetzung ist allerdings, ergänzt Silvanus, dass die Bürgschaft der Gemeinde nicht auf ihren Gesamtkreditrahmen angerechnet wird. Dabei habe sich Bouillon jedoch redebereit gezeigt.

Mitte 2018 könne voraussichtlich gebaut werden, in Eimersdorf ein komplett neuer Rasenplatz, in Hemmersdorf ein Kunstrasenplatz. Der jeweilige Verein übernimmt mit einem Planungsbüro und Unterstützung der Verwaltung die Bauherrschaft, hat dafür auch mehr Freiheit bei der Gestaltung, erklärt Silvanus. Der Verein erbringt sowohl einen finanziellen Anteil als auch Arbeiten in Eigenleistung. Die Gemeinde wiederum überweist dem Verein Tilgungszuschüsse in Jahresraten, mit denen er den Kredit abzahlt.

Im Beispiel erläutert das Jost so: Bei geschätzten Kosten von rund einer Millionen Euro wird etwa die Hälfte von Sportplanungskommission und Land bezuschusst. Die übrigen 500 000 Euro nimmt der Verein als Kredit auf, der in zehn Jahresraten von je 50 000 Euro zurückgezahlt wird; eine Summe, die im Haushalt der Gemeinde jährlich durchaus darstellbar ist.

Warum Minister Bouillon wiederum der Gemeinde entgegenkommt, hat auch einen Grund: Er hat bereits im August verkündet, dass der LC Rehlingen eine Leichtathletik-Trainingshalle auf dem Stadiongelände bekommt. Das freute den Bürgermeister zwar, doch machte er sofort deutlich, dass sich die Gemeinde nicht an den Kosten beteiligen könne und andere Sportstätten wie besagte Fußballplätze Priorität hätten. „Die Frage war aber dabei nicht, ob man das Angebot annimmt, sondern wie man es gestaltet“, betont Jost.

An den Kosten von rund drei Millionen Euro beträgt der Anteil der Gemeinde nun nach Verhandlungen mit Bouillon und Meiser am Ende „weniger als zehn Prozent“, berichten Silvanus und Jost. Bauherr soll auch hier der Verein, also der LC Rehlingen oder gar der Leichtathletik-Verband, sein.

Doch das ist noch nicht alles: Denn auch für den Bau eines Kulturellen Vereinsheims in Rehlingen wurden der Gemeinde Zuschüsse, unter anderem aus Josts Ministerium, in Aussicht gestellt. Denn der Musikverein Almenrausch, „eines der besten und größten Orchester im Land“, erklärt Silvanus, brauche dringend Probe- und Lagerräume. Die Gemeinde sucht derzeit nach einem Grundstück, um ein eingeschossiges Heim mit einem größeren und ein bis zwei kleineren Räumen zu bauen, das dann auch anderen Vereine offen stehen soll. Man wolle schließlich „keine Schieflage“ oder Neid in der Gemeinde erzeugen, betont Silvanus.

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